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Neues im deutschen Obstregal

Ernährung

Die sibirische Kiwi kommt

Nach dem neuseeländischen Wappentier benannt hat die Kiwi als Beerenfrucht die deutschen Haushalte längst erobert. Neben den grünen und goldenen Kiwis gibt es aber noch viel mehr Arten. Basis sind die Strahlengriffelgewächse (Actinidia), deren Heimat zwischen Sachalin und Malaysia liegt. Wer die reine Tropensonne hinter dem Frischmacher glaubt, der wird enttäuscht. Die Artenvielfalt ist so groß, dass sie selbst in Ostsibirien und im Himalaya wachsen.

Damit werden sie selbst für heimische Gärtner interessant. In Sachsen hat Werner Merkel aus der Kreuzung einen Amurstrahlengriffel mit dem Scharfzähnigen Strahlengriffel (Actinida arguta) als eine frostunempfindliche Mini-Kiwi für den Hausgarten gezüchtet. Die Fruchtschale ist gegenüber der traditionellen Kiwi noch dünner und kann mitgegessen werden. Aufgeschnitten sieht sie sehr vertraut aus.

Mit Actinida arguta haben Züchte in Europa auch experimentiert und in den Nachbarländern die sibirische Kiwi erfolgreich auf dem Markt positioniert. Die neue Beere bekam den geschützten Namen Nergi. Obsthändler aus den Niederlanden, Frankreich und Italien arbeiten mit der französischen „Sofruileg“ zusammen, die das Marketingkonzept umsetzt.

Nach einigen Jahren erobert Nergi auch den deutschen Lebensmittelhandel. Jede Pflanze trägt zwischen 10 und 50 Kilogramm Kiwi, die wegen der Empfindlichkeit der Frucht mit der Hand geerntet werden müssen. Zwischen dem 20. August und dem 10. September ist Erntezeit. Dann kommen die neuen Früchtchen im Bereich Minden bei Aldi, Edeka, Lidl und Netto in der Beerenauslage.

Wo partout keine kleinen Kiwis sind, kann die Bedarfslücke unter http://nergie.info an die Hersteller melden.

Roland Krieg; Foto: Sofruileg

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