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Nikolaus auf Großer Fahrt

Ernährung

Weihnachtsmärkte in Deutschland

Schnee knirscht unter den Schuhen, honigfarbenes Licht leuchtet die noch nach Holz duftenden Gebäckhäuschen aus, Maronen liegen auf dem Rost und die Hände ziehen sich um den Becher mit heißen Glühwein zusammen, um sich fröstelnd zu erwärmen.
Weihnachtsmärkte, wie sie im Bilderbuch stehen. Herd-und-Hof.de hat sich in diesem Jahr vier Märkte ausgesucht, die ein wenig besonders sind. In vier Teilen rund um die Adventswochenenden wird jeweils einer vorgestellt. Und ein paar kleine Geschichten erzählt.

Sinterklaas und der Zwarte Piet
In Ostfriesland kommt der Nikolaus mit dem Schiff aus Spanien und heißt genauso wie bei den niederländischen Nachbarn: Sinterklaas. In diesem Jahr wird er zum 06. Dezember am neuen Kai des Emdener Ratsdelft anlegen und den Rest des Weges mit der Kutsche zurücklegen. Der Engelke Markt in Emden hat sich auf dem Wasser in der Innenstadt doppelt so groß ausgebreitet wie im letzten Jahr.
Allerdings ist kein weiterer Ponton hinzugekommen, sondern die Stadt hat die „Groninger Land“ festgezurrt und im Bauch der großen Autofähre weitere Weihnachtsbuden aufgestellt. Die Besucher können sich im Salon der Fähre beköstigen lassen. Der ist in 12 Meter Höhe und bietet einen seltenen Blick auf den Weihnachtsmarkt.
Auf dem Marktplatz wird erstmals ein Festzelt aufgestellt, wenn sich die Kinder einmal von den Eltern trennen wollen. Mit Märchen, Spielen und einem Karussell vertreiben sie sich die Zeit, bis der Sinterklaas mit dem Zwarten Piet eintrifft.
Heute wird der Engelke Markt um 11:00 Uhr eröffnet. Das ist bis zum 23.12. auch die tägliche Öffnungszeit. Tipp: Wer von ganz oben den schwimmenden Weihnachtsmarkt mit den Museumsschiffen überblicken möchte, der kann das vom Glockenturm des neu eröffneten ostfriesischem Landesmuseum genießen.

Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann
Der Heilige Nikolaus lebte zwischen 270 bis 340 und war Bischof in Myra, das heute in der Türkei liegt. Zu Lebzeiten gab es bereits Legenden über ihn, die bis heute auf rund 150 angestiegen sind, teilt das Museum der Brotkultur in Ulm mit. Er gilt auch den Bäckern und Metzgern als Schutzpatron. Vor allem aber als Schutzherr der Kinder, die seit 1500 am Nikolaustag oder am Vorabend beschenkt werden.
Zunächst brachte der Nikolaus die Gaben ungesehen in der Nacht. Dieser Einlegebrauch wurde ab dem 17. Jh. in einen Einkehrbrauch umgewandelt: Er kam persönlich in die Häuser, um die Kinder zu begutachten und beschenkte nur die Artigen. Die Bösen und Faulen wurden durch den Begleiter bestraft. Dafür waren die Dezembergestalten verantwortlich: Angsteinflößende Gesellen wie Knecht Rupprecht mit Rute und Sack, als maskierter Krampus mit Ketten und Schellen oder als Zwarter Piet in Emden. Diese Figuren entspringen vorchristlichen Brauchtums und sollen die pädagogische Wirkung des Nikolaus untermalen.
Das Christkind ist eine Erfindung der Reformation in Deutschland. Martin Luther war der Nikolausbrauch mit seinen volkstümlichen Ausschweifungen ein Dorn im Auge und suchte eine neue Symbolfigur. Als Vorbild für das Christkind diente ihm wahrscheinlich die frühchristliche Märtyrerin und Heilige Luzia, die thüringische Herrschedame und seit dem Mittelalter aufgeführte Christkindspiele. Das gabenbringende Christkind Luthers ist nicht mit dem neugeborenen Christuskind zu verwechseln. Erst im Verlauf der Zeit verschmelzen beide Figuren im katholischen Weihnachtsbrauchtum, als sich das Fest mehr der häuslichen Familie und den Kinderfeiern zuwandte.
Schließlich gibt es noch den Weihnachtsmann, der am besten den Umformungsprozess von der Kirchenfeier symbolisiert. Er ist aus dem Brauchtum um den Nikolaus herum entstanden und hat weitere Vorbilder im Volksglauben des nördlichen Europa. Zu heute ähnliche Figuren tauchen bereits Mitte des 19. Jh. beispielsweise im Struwwelpeter auf. „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ wurde von Hoffmann von Fallerleben bereits 1835 veröffentlicht.
Oft wird der pausbäckige Dicke im roten Mantel dem kommerziellen Erfindungsreichtum von Coca Cola zugeschrieben. Richtig ist, dass der schwedischstämmige Cartoonist Haddon Sunblom 1931 einen Auftrag erhielt einen Weihnachtsmann für eine Werbekampagne zu zeichnen. Er aber entwickelte eine Vorlage weiter, die der Pfälzer Thomas Nast, auch Zeichner und Karikaturist, 1861 vor dem Hintergrund des amerikanischen Bürgerkriegs fertigte. Und in die USA ausgewandert ist der Weihnachtsmann bereits im 17. Jahrhundert zusammen mit niederländischen Pionieren, die auch jenseits des Atlantik das Brauchtum um den weihnachtlichen Gabenbringer pflegten.

Plätzchen richtig aufbewahren
Noch sind sie nicht gebacken. Aber wer sich seine Weihnachtsplätzchen schon vorbereitet oder daran denkt, auch nach dem Fest noch das eine oder andere naschen zu wollen, der sollte sich auch schon Gedanken über die richtige Aufbewahrung machen. Dazu hat die CMA nützliche Tipps, denn der Apfelschnitz in der Dose hat so seine Tücken: Schimmelgefahr. Entweder also den Apfelschnitz regelmäßig austauschen oder ganz darauf verzichten.
Vor dem Verpacken sollen Kipferl, Basler Leckerli & Co. grundsätzlich auf dem Kuchenrost gut auskühlen und die Glasuren und Verzierungen fest werden lassen. Am besten eignen sich fest schließende Dosen.
Trockene und saftige Plätzchen sollten immer getrennt aufbewahrt werden, damit sie ihre Konsistenz behalten. Auch stark gewürzte Plätzchen stets gesondert verpacken.
Das Warten auf den Genuss lohnt sich insbesondere bei Mürbeteiggebäck und Lebkuchen. Diese brauchen etwa zwei bis drei Wochen, um schön weich und mürbe zu werden. Der ideale Aufbewahrungsort für Plätzchen ist kühl und trocken. Wer keine Speisekammer hat, kann sie alternativ auch im Schlafzimmer lagern – vorausgesetzt, die Heizung ist dort nur schwach aufgedreht.

roRo, nach: Uwe Hellmann, Museum der Brotkultur, Ulm und CMA

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