No „bad vibrations“ für Milchprodukte
Ernährung
Störungsfreie Fermentation für Milchprodukte
Wird Milch fermentiert, bildet sie ein Gerüst aus, das
– je nach Produkt – ganz unterschiedlich ausfällt. So wird Joghurt
beispielsweise stichfest oder Käse „legt sich dick“. Der Fermentationsprozess
ist empfindlich: Die Bakterien bilden Milchsäure, wodurch die Milchproteine
verklumpen und eine dreidimensionale Struktur, ein Gel, ausbilden. Wird der
Prozess gestört, bilden sich zum Teil große und feste Partikel im Gel und das
Produkt erscheint sensorisch grießig.
In der Produktion fermentierter Milchprodukte gibt es einige Störenfriede wider
Willen: Rührwerke, Umschaltventile oder Pumpen erzeugen Schwingungen, die in
die Fermentationstanks übertragen werden können – und so die sensible
„Prozess-Struktur-Funktions-Beziehung“ von Joghurt oder Käse stören.
Hier setzt ein aktuelles Forschungsprojekt der Industriellen
Gemeinschaftsforschung (IGF) an, das zwei Forschungsteams der Universität
Hohenheim sowie der Universität Erlangen-Nürnberg durchführen: Ziel ist es,
herauszufinden, in welchem Maße Schwingungen und Vibrationen den empfindlichen
Prozess der Strukturbildung stören. Ebenso soll im Labor- und Technikumsmaßstab
untersucht werden, welche Prozess- und Zeitabschnitte dabei besonders kritisch
sind.
Von den bis 2015 erwarteten Forschungsergebnissen sollen Empfehlungen für die
vorrangig mittelständischen Molkereiunternehmen abgeleitet werden, die helfen
sollen, den Fermentationsprozess in bestehenden Anlagen störungsfrei ablaufen
zu lassen – und damit eine konstante Produktqualität zu sichern. Darüber hinaus
soll das erlangte Know-how bei der Entwicklung von neuen Anlagen und
Prozesslinien Berücksichtigung finden.
Lesestoff:
Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) www.fei-bonn.de
Daniela Kinkel (FEI)