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Nutri-Score kommt

Ernährung

Verbraucher wollen farbige Kennzeichung von Lebensmitteln

Mit deutlicher Mehrheit von 57 Prozent haben sich die Verbraucher für das farbige Nährwertkennzeichen Nutrio-Score entscheiden. Auf Platz zwei landete mit 28 Prozent das Modell des Max-Rubner-Instituts, das die gleichen Algorithmen im Design komplexer umsetzt. Das Modell der Ernährungsindustrie fiel mit sieben Prozent durch.

Am Montag hat Bundesernährungsministerin Julia Klöckner das Verbrauchervotum vorgestellt und sicherlich keine Überraschung aus dem Hut gezaubert. Einfach und leicht lesbar musste es sein. Ein farbiges Design hilt in den von Farebn überbordenden Lebensmittelregalen.

Befürworter freuen scih über die Entscheidung und personalisieren die Entscheidung als Sieg über das ministerielle Zaudern. Dabei wird das Zeichen die Menschen allein nicht gesünder machen und Ernährungswissenschaftler haben scih noch kurz vor Beginn des Verbrauchervotums durchaus kritisch geäußert.

Die farbige Tabelle ist ein Sieg des jahrelangen Populismus und der Einfachheit der Darstellung an sich. Überbewerten darf man das Siegel nicht.

Das weiß auch Julia Klöckner: „Der Wunsch der Verbraucher nach mehr Sicherheit und Transparent beim Kauf von Lebensmitteln – das zeigen die Ergebnisse – ist groß. Für viele erscheint es bisher schwer, beim Thema gesunde Ernährung vieles richtig zu machen und sich sicher bei der schnellen Kaufentscheidung zu fühlen. Gerade in einer Zeit, in der vermehrt zu Fertigprodukten gegriffen wird, die teilweise zu viel Zucker, Salz oder Fette enthalten. Das hat gesundheitliche, aber auch volkswirtschaftliche Folgen, die ich nicht hinnehmen will. Mit dem NutriScore soll es nun eine Kennzeichnung auf der Vorderseite geben, die viele der Anforderungen erfüllt, die die Verbraucher an ein zusätzliches Nährwertkennzeichen formulieren: Er ist auf den ersten Blick erfassbar, leicht zu verstehen und nutzt die eingängige, bereits gelernte Farbwelt einer Ampel. Der NutriScore lässt dabei zwar keine Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Nährwerte zu. Verbraucher erwarten vor allem aber eine zusammenfassende Bewertung, die schnelle Orientierung gibt. Weitere Informationen kann man weiterhin der Nährwerttabelle sowie der Zutatenliste entnehmen.“

Die Wissenden der gesunden Ernährung brauchen das Zeichen nicht, die Unwissenden werden es möglicherweise ignorieren. Dennoch ist das Zeichen ein Baustein auf dem Weg in einen gesunden Lebensstil. Der nächste Halt wird die Diabetes-Strategie der Budnesregierung sein, die auch noch in diesem Jahr vorgestellt werden soll und das Thema Zuckerreduktion neu aufschlüssel könnte.

Lesestoff:

Start zur Endrunde der Nährwertkennzeichen: https://herd-und-hof.de/ernaehrung-/vier-naehrwertzeichen-in-der-endrunde.html

Roland Krieg

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