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Öko-Test: Äpfel und Baby-Gläschen

Ernährung

Öko-Test: Äpfel und Baby-Gläschen

Pestizid-Mix bei Südamerika-Äpfeln

Der aktuelle Apfel-Test des Verbrauchermagazins Öko-Test zeigt, dass Äpfel zwar nach wie vor gespritzt werden, aber offenbar weniger als früher. Problematisch sind jedoch vor allem südamerikanische Produkte. Bei ihnen haben die Labore teilweise Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittel gefunden.

In einem brasilianischen Apfel, den die Öko-Test-Einkäufer bei Kaufland besorgt hatten, konnte das Labor sechs verschiedene Pflanzenschutzmittel nachweisen, vier davon in erhöhten Mengen. Derzeit ist noch nicht erforscht, wie solche Mehrfachrückstände im Körper wirken. Auch bei allen anderen konventionellen südamerikanischen Früchten fand sich zumindest ein Pestizid in erhöhter Konzentration. Zwar entdeckte das Labor auch bei den Äpfeln aus anderen Ländern Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, aber nur in Spuren. Einzige Ausnahme ist Bio-Ware, die komplett pestizidfrei ist.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass wieder einmal mit der Bezeichnung „regional“ gemogelt wird. Denn einmal zieren die Verpackung zwar Schriftzüge wie „Unsere Heimat“ und „beste Qualität aus Ihrer Region“, doch die Ware wird auch mehr als 200 Kilometer entfernt vom Anbauort verkauft. Öko-Test rät, auf die aufgedruckte Adresse zu achten. An ihr kann man erkennen, ob der Erzeuger wirklich aus der unmittelbaren Umgebung stammt.

Zu wenig Fleisch im Baby-Gläschen

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat für die aktuelle Septemberausgabe Babymenüs mit Fleisch getestet und sich dabei auf die Kinderklassiker Spaghetti Bolognese und Schinkennudeln konzentriert. Das Ergebnis der Laboranalyse: Die Breimahlzeiten enthalten zu wenig Fleisch, Schadstoffe wurden aber nur in sehr geringen Mengen gefunden.

Eigentlich ist ein Fleischanteil von etwa zwölf Prozent wünschenswert, damit die Kleinen mit Spurenelementen gut versorgt werden. Das entspricht ungefähr 30 Gramm Fleisch pro Gläschen. Die Labore analysierten aber nur einen Fleisch- bzw. Schinkenanteil zwischen fünf und 10,5 Prozent, also zwischen elf und 23 Gramm. Ein Anbieter hat seine Produkte zudem mit Eisensalzen angereichert. Allerdings kann isoliertes Eisen nicht das umfassende Nährstoffspektrum von Fleisch ersetzen und wird zudem deutlich schlechter aufgenommen als Eisen aus Fleisch.

Cadmium fand das Labor in den meisten Produkten nur in Spuren. Nur in einem Brei steckte mehr von diesem Schwermetall, das als krebserregend gilt und in hohen Dosen zu Nierenschäden führen kann.

Kritisch sieht Öko-Test zudem, dass die Hälfte der Produkte gesalzen ist, obwohl Babys grundsätzlich kein Salz benötigen. Zum Glück steckt aber auch hier nicht zu viel davon in den Breien. Eltern sollten jedoch bei den Marketing-Versprechen auf der Verpackung skeptisch bleiben: Alete bezeichnet etwa sein Produkt als „salzreduziert“. Tatsächlich wartete der Nestlé-Brei jedoch mit dem höchsten Salzgehalt im Test auf.

Lesestoff:

Das September-Heft Öko-Test ist jetzt im Handel

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