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Öko-Test: Fairer Handel, Spaghetti und Weißdorn

Ernährung

Öko-Test: Fairer Handel, Spaghetti und Weißdorn

Unfairer Handel

Der faire Handel wächst jedes Jahr zweistellig. Das lockt Geschäftemacher, die Zahl der Fair-Siegel wächst kontinuierlich. Allein auf den 34 von Öko-Test untersuchten Kaffeesorten finden sich 14 verschiedene Label. Doch nur 18 erfüllen die grundlegenden Anforderungen an fairen Handel. Insgesamt hat Öko-Test in der aktuellen August-Ausgabe 72 Importprodukte wie Kaffee, Wein und Bananen sowie sieben „faire“ Milchsorten aus Deutschland unter die Lupe genommen. Nur 44 bekamen das Gesamturteil „fair“. Das größte Problem ist, dass es derzeit unterschiedliche Standards und Zertifizierungssysteme gibt, die die Fairness belegen sollen. Gemeinsame Mindestanforderungen für faire Auslobungen wurden aber noch nicht entwickelt. Laut Öko-Test müssen bei seriösen Siegeln die Abnehmer den Produzenten einen Mindestpreis für ihre Produkte garantieren, der die Produktions- und Lebenshaltungskosten abdeckt und die Hersteller unabhängig macht von den Preisschwankungen und der Spekulation auf dem Weltmarkt. Außerdem sollten sich die Abnehmer verpflichten, bei Bedarf einen Teil des Kaufpreises vor der Lieferung der Ware zu bezahlen. Das verhindert, dass sich Kleinbauern und Kooperativen Geld zu Wucherzinsen leihen müssen, um die Produktionskosten zu finanzieren. Ebenso muss festgelegt sein, dass Arbeiter den gesetzlich festgelegten Mindestlohn erhalten und die Kernarbeitsnormen, die die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) vorschreibt, eingehalten werden, sprich dass beispielsweise Kinderarbeit verboten ist.

Spaghetti

In manchen Spaghetti-Marken steckt zu viel Schimmelpilzgift, nicht deklariertes Hühnereiprotein, das Allergikern zu schaffen machen kann, oder Mineralöl. Das ist das Resümee, das das Verbrauchermagazin Öko-Test aus der Untersuchung von 25 Spaghetti-Marken zieht. Ein Schwerpunkt der Laboranalysen waren Gifte von Schimmelpilzen, die das Getreide schon auf dem Feld befallen und sich bei feuchter Witterung vermehrt bilden. In drei Produkten wurden die Tester fündig. Wer eine 125-Gramm-Portion dieser belasteten Nudeln verzehrt, nimmt bereits mehr als die Hälfte der von Fachleuten tolerierten Tagesdosis des Schimmelpilzgiftes auf. In einer weiteren Spaghetti-Marke wurde Mineralöl gefunden. Das stammt wahrscheinlich aus der Kartonverpackung. In Tierstudien zeigte sich, dass sich Mineralöle im Körper ablagern und Schäden an Leber, Lymphknoten und Herzklappen verursachen. Kritisch für Menschen mit Hühnereiallergie ist zudem, dass in zehn Spaghettimarken Spuren von Hühnereiklarprotein nachzuweisen waren, ohne dass auf der Verpackung darauf hingewiesen wurde. Noch problematischer ist es, wenn Spaghetti als eifrei beworben werden, in Wirklichkeit aber Ei-Allergene enthalten. Das war bei zwei Produkten der Fall.

Weißdornpräparate

Wenn das Herz nicht mehr kräftig genug pumpt, äußert sich dies in Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schwächegefühl. Dann ist ärztliche Hilfe angeraten. Zwar versprechen auch rezeptfrei erhältliche Weißdornpräparate Besserung – aber die Wirkung lässt zu wünschen übrig, wie die aktuelle Untersuchung von Öko-Test zeigt. Von den 23 pflanzlichen Arzneimitteln, die das Verbrauchermagazin untersucht hat, schneiden 14 mit „ausreichend“ und acht mit „mangelhaft“ ab. Nur ein Produkt erhält das Testergebnis „befriedigend“, weil es auf einen Wirkstoff setzt, dessen Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wenigstens teilweise belegt ist, wenn auch nur mit bescheidenen Ergebnissen. Auswertungen legen nahe, dass dieser einige Symptome der Herzschwäche verringern, die Herzfunktion verbessern und die auf dem Fahrradergometer gemessene Leistungsfähigkeit steigern kann. Öko-Test rät Verbrauchern, die Weißdornextrakte nicht für die Selbstmedikation zu verwenden. Denn die Behandlung einer Herzschwäche gehört in die Hände eines erfahrenen Arztes.

Lesestoff:

Das Öko-Test -Magazin August 2012 gibt es seit dem 27. Juli 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

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