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Power Kids

Ernährung

Therapie bei übergewichtigen Kindern

>Heute wird das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße als Body Mass Index (BMI) angegeben, um ein Fehlgewicht festzustellen. Der BMI ist der Quotient aus dem Körpergewicht in kg und dem Quadrat der Körpergröße in Meter. Ab einem BMI von 25 beginnt das Übergewicht. Bei Kinder ist diese Berechnung nicht so leicht, da sie sowieso noch wachsen. Ärzte nehmen als Hilfe den Vergleich mit der so genannten Perzentile. Hierbei wird zwar auch der BMI verglichen, jedoch in Relation mit den gleichaltrigen Kindern des gleichen Geschlechts gesetzt. Hat das Kind einen BMI auf der Perzentile 75, so bedeutet das, 75 Prozent der anderen haben einen niedrigeren BMI und 25 Prozent einen höheren BMI. Kritisch sehen die Experten einen BMI, der auf der Perzentile 90 liegt.
Zuletzt hat der Gründungskongress zur "Plattform Ernährung und Bewegung" gezeigt, dass immer mehr Kinder als übergewichtig gelten, wenn auch die Zahlenlage je nach Studie recht unterschiedlich ist.

Spielen statt Pauken
Fast Food ist mehr als McDonald´s: Der Kiosk, der Döner und die vielen Backstationen auf dem Weg zur Schule bieten ständig Zwischenmahlzeiten an, die zu Hauptmahlzeiten werden können. Nur das Wissen über eine ausgewogene Ernährung alleine reicht für eine abwechslungsreiche und gesunde Diät nicht aus und wird Kinder im Alter zwischen 8 und 12 Jahren nicht unbedingt erreichen. Für die in dieser Altersklasse bereits übergewichtigen Kinder bietet "Power Kids" ein spielerisches Verhaltenstraining an. Dr. med. Thomas Ellroth von der Universität Göttingen beschrieb auf der ersten Lehrerfortbildungstagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Schwerin das Ziel des Programms "Power Kids": "Verstärken der Reduktion von gewichtsungünstigem Verhalten." "Power Kids" ist kein primäres Abnehmprogramm, sondern zielt in der Sekundärprävention darauf, dass die Kinder aus dem Übergewicht herauswachsen.
"Power Kids" ist ein Koffer mit professionellen Materialien für ein zwölfwöchiges Training. Der Koffer enthält ein Video, dass die einzelnen Schritte des Programms mit der Fernsehmoderatorin Dr. med. Franziska Rubin aufzeigt. Es gibt dazu ein Arbeitsheft in dem die Kinder ohne die Eltern in Eigenverantwortung spielerisch ihr Ernährungsverhalten protokollieren. Mit Fettzie-Punkten stellen die Kinder den Fettgehalt ihrer Lieblingsspeisen fest. Am Ende der Woche zeigt der Highscore, welches Nahrungsmittel das meiste Fett geliefert hat. In der Folgewoche muss die aufgeklebte Fettzie-Menge halbiert werden. Bockwurst statt Bratwurst. Wichtig ist dabei, dass es keine Verbote gibt und das Essen alleine nicht dick macht. Für jede Viertelstunde Sport gibt es so genannte Sportie-Punkte und mit Schlaffie-Punkten sammeln die Kinder sich einen Überblick zusammen, welche ?vermeidbare körperliche Inaktivität? sie am liebsten tun. Aber auch das ist nicht gänzlich verpönt, denn Schlafen gehört zum Leben ja auch dazu. Und wer weniger als 30 Schlaffie-Punkte gesammelt hat, muss nächste Woche "träger" werden. Beispielsweise gehört das Telefonieren mit Freunden auch zur Tagesroutine und kann nicht verboten werden.

Jojo-Effekt bei "Power Kids"?
Bereits 2003 beschrieb Dr. Berthold Koletzko im Bayrischen Ärzteblatt die Nachhaltigkeit des Programms. Nach drei Monaten haben die Kinder bereits eine deutliche Verringerung des BMI und selbst nach einem Jahr bei einer Nachuntersuchung eine weitere Gewichtsreduzierung erzielt. 70 Prozent der Kinder haben das Programm in Eigenverantwortung auch zu Ende geführt, was in dem Alter eine sehr beachtliche Leistung ist. Mit Schulnoten bewerteten die Kinder "Power Kids" mit 1,9 bis 2,5, was die positive Resonanz erklärt. In der Regel kommen die Eltern über einen Arzt an dieses Programm, dessen Koffer 31 Euro kostet und vor allem von der AOK auch begleitet wird. Es ist jedoch kein AOK ? Programm, wie Dr. Ellroth betonte, sondern wurde von der Stiftung Kindergesundheit aus München entwickelt und kann unter www.powerkids.de begutachtet werden.

roRo

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