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Regionale Sterne auf der Mela

Ernährung

Tortillas und kuhle Pilze aus MV

Die Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern (AMV) hat auf der MeLa Start-ups unter seine Fittiche genommen und hinter dem Probier-Tresen im „Schmeck die Natur“ für Aufmerksamkeit gesorgt. Mecklenburg punktet neben Ostsee, Binnenseen-Platte und Sonne auch mit Ökolandbau und handwerklichen Produkten. Zwar steht bei Gästen meist der Fisch auf der Speisekarte, die MeLa zeigt, welche Schätze noch verborgen sind.

Shiitake

Kuhle Pilze

Mit Kräutersaitling und Shiitake wirbt Yvonne Dewitz an ihrem Stand. Die Pilzmanufaktur liegt mitten in der Rostocker Heide, nördlich der Hansestadt. Dort hat die Tagesstätte der Rostocker Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik Bunkern ein wohlschmeckendes neues Leben eingehaucht. In der Dunkelheit wachsen auf Pilzsubstraten aus Sägespänen und Buchenholz Pilze in Öko-Qualität heran. Was mit weißen und braunen Champions anfing, hat sich mit Edelpilzen zu einem Geheimtipp entwickelt. Auf der Agrarmesse hatte Dewitz Substratblöcke mit Kräutersaitling und Shiitake dabei und lud zur Verkostung ein. Seit nunmehr fünf Jahren sind „De kuhle Pilze“ über den Hofverkauf, auf Biomärkten und mittlerweile auch bei Globus in Rostock bekannt.

Die sensiblen Pilze müssen in achtsamer Handarbeit geerntet werden. Dafür sind neben vier Angestellten weitere 21 Fachkräfte aus der Tagesstätte an Bord, denen die Pilzfarm eine sinnvolle Beschäftigung und Tagesstruktur gibt. Anders als im Wald, wachsen die Pilze in den Bunkern in Markgrafenheide das ganze Jahr über.

Tortillas von Tlaxcalli

Tlaxcalli

Vorpommern ist das Zentrum für Europas erste Bio-Tortillas. Der Begriff ist mehr als die „Tortilla“. Für Carl Eugen Jahnke ist der aztekische Begriff Tlaxcalli eine Hommage an die mexikanische Küche, die in den meisten Fällen mit zu viel Käse bagatellisiert wird. Die altindigenen Kulturen haben ihre Tortillas aus dem ganzen Maiskorn in Wasser mit Kalkstein gekocht. Dadurch wird die äußere Schale gelöst, die Proteinketten aufgespalten und verdaulicher gemacht. Auf der MeLa in Mühlengeez bietet er Tortilla auch mit Sesam mit verschieden scharfen Dips an. Den einen oder anderen Hauptstädter ist Tlaxcalli ein Begriff. Gegründet hat Jahnke sein Tortilla-Werk mit Geschäftspartner Daniel Möhler in Berlin Weissensee gegründet. Die Szene in Berlin ist reif für Tlaxcalli in Bioqualität.

Wachstum aber zwingt zum Überdenken. Berlin bleibt als Absatzmarkt. Aber die Firma zieht ist nach Rothenklempenow gezogen. Das ist in der Nähe von Torgelow. Eine bislang strukturschwache Region an der polnischen Grenze. Jahnke und Möhler produzieren jetzt mitten in ihrem Maisgebiet, wo sie die Rohware beispielsweise von der Bio Boden Genossenschaft beziehen. Auch die Ökobauern lieben Hybridmais. Auf Wunsch von Txlaxcalli bauen sie aber jetzt auch den samenfesten „Blauen Mais“ an. Die Körner sind tatsächlich blau und geben den Tortillas eine besondere Farbe.

Roland Krieg; Fotos: roRo

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