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Sachstand Gastroenteritis

Ernährung

+++ 29.09.12 // 10:40 Uhr Sachstand Gastroenteritis +++

Am Dienstagabend wurden die ersten Magen-Darmerkrankungen bekannt. Schnell weitete sich das Krankheitsbild bis zum Freitag auf die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen aus. Betroffen sind Schüler. Die Zahl der Betroffenen wurde anfangs mit 1.000 bis 4.000 angegeben. Schnell in Verdacht geriet ein Catering-Unternehmen aus Rüsselsheim, über dessen Schulverpflegung Keime in die Schule getragen sein könnten.

Sachstand

Bis Freitagabend wurden dem Robert Koch Institut (RKI) 4.658 Fälle von akuter Gastroenteritis mit Erbrechen und Durchfall bekannt. In Brandenburg sind es 1.194 Fälle, in Berlin mindestens 600, in Sachsen 2.100 und in Thüringen 764 Erkrankungen. In den allermeisten Fällen verlaufe die Erkrankung kurz und unkompliziert, teilt das RKI mit. Es gab auch einzelne stationäre Behandlungen.
Am Freitagnachmittag teilte das RKI Herd-und-Hof.de mit, es sei noch nicht einmal bekannt, ob es die von manchen Medien genannten Noroviren seien, die zu den Magen-Darm-Erkrankungen geführt haben.
Das RKI koordiniert die Suche nach der Ausbruchsursache vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat am Freitag eine Task Force einberufen, die unter Federführung des BVL die Aufklärung vorantreibt. Bund und Länder haben sich in eine Telefonkonferenz über die weitere Vorgehensweise abgestimmt.

Der Betrieb

Das betroffene Unternehmen hat seit dem ersten Verdacht reagiert. Rückstellproben der Essensauslieferung wurden den Behörden überstellt, damit diese untersucht werden können. Hygienemaßnahmen wurden verstärkt, auch um Rücklieferungen aus den Schulen, wie Gerätschaften und Geschirr, nicht als Kontaminationsquelle in den Betrieb zu lassen.
Der Betrieb aus Rüsselsheim hat bislang keine eigenen Erkenntnisse, dass seine Auslieferungen die Quelle für die Erkrankungen sind. Aus ein und derselben Küche hat das Unternehmen 80 Schulen und Kitas beliefert, von denen nur vier Einrichtungen Krankheitsfälle vermeldet hätten. „Es gibt nach wie vor keinen Beleg für einen Zusammenhang der Erkrankungen zu den Essenslieferungen.“

Anstieg in Brandenburg

Das Gesundheitsministerium Brandenburg hat den aktuellen Erkrankungsstand am Samstagmorgen mit 1.749 Kindern vermeldet und musste einen Anstieg verzeichnen. Die Zahlen wurden von den Gesundheitsämtern gesammelt. In acht Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten Brandenburg und Potsdam sind Magen-Darm-Erkrankungen zu verzeichnen.
Die Ursache ist nach wie vor nicht bekannt. Es könne sich um eine bakterielle, aber auch um eine virale Ursache handeln. Lebensmittel, die als möglicher Überträger in Frage kommen könnten, wurden von den brandenburgischen Behörden gesperrt. Die Veterinär- und Lebensmittelbehörden überprüfen alle in Frage kommenden Betriebsstätten, wo ein Eintrag in die Lebensmittelkette stattfinden könnte.
Mecklenburg-Vorpommern hat am Freitag gezielt die sechs Filialen des hessischen Unternehmens kontrolliert: „Neben der Kontrolle der Lebensmittelhygiene wurde die Zusammenstellung der Speisepläne und die Waren- und Lieferströme überprüft. Dabei ließen sich keine Verbindungen zu den Küchen und Einrichtungen in den von Erkrankungen betroffenen Bundesländern feststellen“, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

Roland Krieg

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