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Salmonellen werden schwerer bekämpfbar

Ernährung

Resistenzen bei Salmonellen und Campylobacter nehmen zu

Salmonellen und Campylobacter sind die heute wichtigsten Erkrankungen, die über Lebensmittel übertragen werden. Von den meisten Verbrauchern werden sie jedoch am sorglosesten beachtet. Sie sind die hartnäckigsten Zoonosen, die vermutlich schon seit dem Ackerbau die Menschen bedrohen. Erst jüngst hat das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte den möglichen Ursprung von Salmonellen auf die Zeit vor 6.000 bis 7.000 Jahre datiert. Da lebten die Menschen mit Tieren eng mit Latrine und Futterkrippe zusammen. Es war aber nicht das Schwein, fanden die Experten heraus. Das wurde erst viel später domestiziert. Salmonellen, die sich rasend schnell bei Wärme ausbreiten, stammen offenbar von früheren Haustieren.

Salmonellen werden resistenter

Lebensmittelhygiene mit Einhaltung der Kühltechnik ist heute der Standard gegen Salmonellen und Campylobacter. Hat es einen erwischt, hilft ein Antibiotikum gegen das Bakterium. Doch es sind nicht nur die resistenten Krankenhauskeime, die den Erfolg von Antibiotika reduzieren. Auch Salmonellen und Co. lernen, sich gegen ihre Vernichtung zu wehren. Und sie werden zunehmend resistent.

Das ist ein Ergebnis des aktuellen Berichtes über Antibiotika-Resistenzen, der am Freitag von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für Krankheitsprävention und Kontrolle (ECDC) veröffentlicht wurde. Ein großer Teil der Salmonellen-Bakterien sind schon gegen mehr als drei Antibiotika multiresistent.

Allgemeine Resistenzen bei Salmonellen sind weit verbreitet. Der Anteil von Salmonellen, die im Menschen auch nicht mehr auf hohe Dosen von Ciproflaxin aus der Gruppe der Flourchinolone reagieren, stieg zwischen 2016 und 2018 von 1,7 auf 4,6 Prozent. 16 von insgesamt 19 EU-Länderberichten führen hohe Resistenzen bei Campylobacter gegen Ciporflaxin gilt als Reserveantibiotikum für den Menschen auf.

Salmonellen, Campylobacter und E.coli

Salmonellen und Campylobacter springen von Geflügel- und Schweinefleisch auf den Menschen über. Für die Nutztierhalter gibt es ein Salmonellenmonitoring im Bestand. So können sie Eintragsquellen frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen unternehmen. Die US-Amerikaner desinfizieren ihr Geflügelfleisch mit Chlor. Das Chlorhühnchen muss deklariert sein.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. In sechs Mitgliedsländern hat die Empfindlichkeit von E.coli gegen Antibiotika zugenommen. Müsste ein Bestand behandelt werden, steigt dadurch der Bekämpfungserfolg.

Hier stehen im Vordergrund die ESBL-produzierenden E.coli-Bakterien. Mit dem Produkt „Extended-Spectrum-Betalaktamasen“ (ESBL) wehren sich Bakterien gegen Antibiotika. Sie rufen bei Menschen schwere Infektionen hervor und werden in 40 Prozent der Mitgliedsstaaten beobachtet.

Gegen Reserveantibiotika resistente Salmonellen und E.Coli wurden bei Geflügel nicht gefunden. Marta Hugas ist Chef-Wissenschaftlerin bei der EFSA und findet die Befunde bei lebensmittelproduzierenden Tieren insgesamt verbessert.

Lesestoff:

Hier geht es zum Bericht https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/6007

Roland Krieg

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