Sauer ist nicht immer lustig
Ernährung
Saure Süßigkeiten schädigen auch die Zähne
> Süßes wird gerne genascht ? auch wenn die meisten wissen, dass übermäßiger Verzehr schlecht für die Zähne ist. Gefährlich sind allerdings auch Süßigkeiten, die sauer schmecken. Saure Heringe oder Frits schmecken längst nicht so süß, gefährden jedoch auch Kinderzähne. Zitronensäure senkt den pH-Wert
Saure Leckereien enthalten oftmals Zitronensäure, jedoch auch Milch- und Apfelsäure, die den Zahnschmelz angreifen. Der normale pH-Wert liegt zwischen 7 und 8 und wird von den Säuren auf weniger als 4 gesenkt. Produkte, die als zahnfreundlich gekennzeichnet werden wollen, dürfen den Wert von 5,7 nicht unterschreiten. Das die sauren Leckereien solche Werte erzielen hat das Verbraucherministerium in Nordrhein-Westfalen in einer Schwerpunktuntersuchung herausgefunden. Das Bundesinstitut für Risikoforschung hatte vor dem Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Anteil an Zitronensäure gewarnt, wenn nicht nachgespült wird. Diese Säure ist als Zusatzstoff für die Lebensmittelindustrie zugelassen und wird mit E330 aufgelistet. Eine vorgegebene Höchstmenge gibt es dabei nicht.
Auch putzen hilft nicht
Beim Verzehr werden Mineralstoffe aus dem Zahnschmelz gelöst. Putzen eifrige Kinder danach ihre Zähne, wie sie es oft beigebracht bekommen haben, verstärkt sich sogar noch der Effekt, warnt Bärbel Höhn, Verbraucherministerin aus NRW: ?Denn durch das Schrubben mit der Zahnbürste wird die durch die Säure porös gewordene obere Zahnschicht erst recht abgerieben. Wissenschaftler empfehlen stattdessen, den Mund mit Wasser oder noch besser mit Milch zu spülen, damit die Säure verdünnt wird und die in der Milch enthaltenen Mineralien die körpereigene Reparatur der Zähne beschleunigen.?
NRW hatte 173 Produkte auf ihren pH-Wert untersucht. 95 Prozent der Proben wiesen dabei einen pH-Wert von unter 4 auf. 56 Prozent der untersuchten Waren lagen bei einem pH-Wert von 2 bis 3 und ein Produkt erreichte sogar 1,6.
Da das Marketing dieser Produkte vor allem auf die Zielgruppe der Kinder abgestimmt ist, sollte, so Höhn und das BfR, ein entsprechender Warnhinweis angebracht werden.
roRo