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Schulapfel: Auch Sachsen steigt aus

Ernährung

Sachsen setzt auf Gesundheitserziehung

Nach Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen ist am Dienstag auch Sachsen aus dem Schulobstprogramm, auf das sich der Bundesrat geeinigt hatte, ausgestiegen. Auch Sachsen argumentiert mit einer Prüfung des Programms, aus der ein nicht vertretbares Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen resultiere. In Sachsen würden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren maximal 9,45 Euro im Schuljahr zur Verfügung stehen. „Das wären ganze 24 Cent pro Woche. Was das an Portionen Obst bedeutet, kann jeder bei einem Besuch beim Obsthändler selbst herausfinden“, sagte Agrarminister Frank Kupfer. Aus diesem Grunde hat das Kabinett beschlossen, das Programm nicht umzusetzen.
So sei die Auszahlung der EU-Mittel an eine Zulassung von Antragstellern, komplizierte Verfahrensregeln zur Antragsstellung, zur Bewilligung und zur Auszahlung der Beihilfe gekoppelt, Verwaltungs- und Kontrollverfahren seien vorgeschrieben. Darüber hinaus seien Begleitmaßnahmen an den Schulen erforderlich.

Plantage statt Früchtekorb
Die EU-Kommission zeigte sich bereits bei den Absagen aus Hannover und Schwerin über das Kostenargument irritiert. Gegenüber Herd-und-Hof.de berichtete die Berliner EU-Vertretung, dass nach den EU-Vorlagen vom 07. und 15. April keine weiteren Aufwende „nachgereicht“ wurden. Der Kontrollaufwand entspreche denen des Milchmarktprogramms, über den sich Deutschland nicht beklage. Daher dürfte sich die Berechnungsgrundlage in den letzten Monaten nicht verändert haben.
Das sächsische Agrarministerium verweist auf seine Alternativen wie die Aktionen „Vollwertiges Frühstück“ und „Gemüse und Obst – Nimm fünf Portionen am Tag“, die Kinder spielerisch zu gesunder Ernährung anleiteten. Im Rahmen des „Grünen Klassenzimmers“ sollen Kinder ihr Obst selbst anbauen und mit einem neuen Projekt „Sachsen is(s)t Apfel“ sollen Kinder Arbeitsabläufe in Obstplantagen kennen lernen.

roRo

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