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Schwarzwälder Schinken – Streit

Ernährung

Schwarzwälder Schinken: Wie regional ist regional?

Derzeit bekriegen sich die Schutzgemeinschaft Schwarzwälder Schinken und foodwatch um die ganzheitliche Sicht der Dinge.

Der Schwarzwälder Schinken unterliegt der geschützten geografischen Angabe (g.g.A.). Die Schweine, die zur Erzeugung des Schinkens notwendig sind, werden rechtlich vom Schinken getrennt und müssen nicht aus dem Schwarzwald stammen. Foodwatch argwöhnte im Sinne einer umfassenden Herkunftsangabe, dass die Schweine auch aus Timbuktu kommen dürften.

Daraufhin hat die Schutzgemeinschaft Schwarzwälder Schinken der Verbraucherorganisation eine Unterlassungserklärung für diese Behauptung zukommen lassen. Der Schinken werde bis auf das Aufschneiden ausschließlich im Schwarzwald hergestellt. Die Schweine dürfen aus allen EU-zertifizierten Betrieben kommen. Das sei dem Verbraucher klar, der wisse, dass im Schwarzwald keine nennenswerte Schweinehaltung existiere.

Damit haben die Schinkenschützer den Berliner Verbraucherschützern Recht gegeben, dass Schweine in allen Teilen der Welt gemästet und geschlachtet werden dürfen. Es reicht die EU-Zertifizierungen für den Schlachtbettrieb. Schinkenhersteller aus dem Schwarzwald und Nichtregierungsorganisationen tragen hier einen Streit über die Sichtweise der Verbraucher aus, wie umfassend diese über den EU-rechtlichen Herkunftsschutz ihre Regionalität empfinden sollen. Gehört für die Verbraucher das Schwein zum Schinken? Das Recht auf den g.g.A. – Schinken kann nicht missbraucht werden, die nicht geregelte Produktionskette Schweinemast verschweigen zu wollen.

Einigkeit an der Schinkenfront gibt es aber auch nicht. Während sich die Schutzgemeinschaft auf ein Urteil beruft, dass der Schinken auch im Schwarzwald aufgeschnitten sein muss, bleibt der größte Hersteller Abraham bei seiner Auffassung, dass das auch ganz woanders gemacht werden kann. Die Abraham GmbH schneidet und verpackt in Niedersachsen.

Roland Krieg

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