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Ernährung

Ernährung: Zwischen Wunsch und Realität

Es ist nicht neu, dass Verbraucher bei Umfragen etwas anderes angeben, als sie tatsächlich umsetzen. Zur Internationalen Grünen Woche bringt Nestlé eine Studie mit, die das Zeitmanagement als eine der Hauptursachen in der Diskrepanz zwischen Wunsch und Lebenswirklichkeit sieht. Mehr als 4.000 Deutsche wurden von Allensbach und der Boston Consulting Group im Auftrag der Nestlé Deutschland AG teils in mehrstündigen Tiefeninterviews befragt und die Aussagen durch Sekundäranalyse verifiziert.

85 Prozent essen anders als sie wollen
„Ernährung ist ein Spiegel der Gesellschaft, ihres Wohlstandes und ihrer sozialen Unterschiede, ihrer Struktur und Heterogenität, ihres Anspruchniveaus, ihrer Kultur und ihres Wertekanons“, erklärt Prof. Dr. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach. Als besondere Herausforderung der „modernen Überflussgesellschaft“ sieht sie dabei den „disziplinierten Umgang“ mit der Fülle der Angebote. Und da scheint einiges im Argen zu liegen, denn ein zentrales Ergebnis der Nestlé-Studie ist, dass 85 Prozent der Bevölkerung sich anders ernähren, als sie es möchten oder für richtig erachten. Zwar geben zwei Drittel der Befragten an, dass eine gute Ernährung eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt, aber die einseitige Ernährung, zu viel und unkontrolliertes essen sowie Heißhungerattacken oder Frustessen sind die Realität.

Unstrukturierter Alltag
Vor allem fehlt es den Deutschen an Zeit. „Durch die Entstrukturierung des Alltags, flexiblere Arbeitszeiten, verlängerte Laden-Öffnungszeiten sind die Tagesabläufe zunehmend weniger festgelegt,“ sagt Dr. Antonella Mei-Pochtler von der Boston Consulting Group. In der Studie geben 56 Prozent der Befragten an, dass sie sich nur an den Wochenenden richtig ernähren, ein Viertel bestätigt, dass sie generell zu wenig Zeit zum Essen haben. Jeder dritte Berufstätige gibt an, keine feste Essenszeiten mehr zu kennen und nur noch unregelmäßig zu essen.
Obwohl fast alle teure Küchen zu Hause haben, versucht unter der Woche fast jeder zweite Berufstätige „zeitsparend zu kochen“. Damit gewinnt die Außer-Haus-Verpflegung weiter an Bedeutung und Nestlé will aus den Ergebnissen der Studie sein Produktportfolio optimieren. „Unterschiedliche und stark wechselnde Tagesabläufe fordern neue Ernährungslösungen, die Gesundheit und Convenience optimal verbinden. Gesunde Gerhard BerssenbrueggeConvenience on-the-go und modulare Lösungen für die Familie sind die Innovationsherausforderungen an Industrie und Handel“, so Dr. Mei-Pochtler. „Gerade bei der durch ein knappes Zeitbudget geprägten Gruppe sehen wir in Zukunft wichtige Ansatzpunkte mit unseren Produkten und Dienstleistungen einen Beitrag zu einer gesünderen und ausgewogeneren Ernährungsweise zu leisten“, sagt Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG.

Sehnsucht
Die Studie zeigt aber auch, was die Deutschen wollen. 43 Prozent der Befragten wollen Produkte aus der Region, 42 Prozent keine gentechnisch veränderten Lebensmittel und vor allem die über 50jährigen erwarten zu mehr als einem Drittel Naturbelassenheit von ihren Lebensmitteln. Das Ernährungsmanagement bleibt Frauensache. Männer in Singlehaushalten zeigen weniger Interesse an gesunder Ernährung als die in einer Partnerschaft lebenden. Insgesamt hat die Studie sieben Verbrauchertypen herausgearbeitet, die von den Gesundheitsidealisten bis zu den Maßlosen durchaus auch Einstellungsunterschiede zeigen.

Nestlé-Ernährungsführerschein
Der Lebensmittelkonzern will ein Zukunftsforum ins Leben rufen, in dem auch Verbraucher eine Diskussionsplattform finden, über die Wertigkeit von Lebensmitteln zu reden. Zu den Aktivitäten kündete Nestlé einen Ernährungsführerschein für Grundschulen an, der damit in Konkurrenz zum aid-Ernährungsführerschein treten wird. Für die Grüne Woche hat das Nestlé-Ernährungsstudio in der Halle 1.2 einen „Zehn-Tage-Beratungsmarathon“ angekündigt.

Lesestoff:
Die Internationale Funkausstellung in Berlin hat im letzten Jahr auch die Haushaltselektronik in den Fokus gerückt. Dabei wurde gezeigt, wie veränderte Lebensweisen sich auf die Funktion der Küche auswirken.

roRo; Foto: Gerhard Berssenbrügge; Nestlé Deutschland AG

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