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Stillen schützt vor Allergien

Ernährung

Ernährung für gesunde Kinder

Selbst wenn Vater und Mutter nicht durch Allergien belastet sind, hat ein neugeborenes Kind heute ein Allergierisiko von ca. 15 Prozent. Ein solches Risiko können die Eltern aber durch geeignete Maßnahmen beeinflussen. Ein wichtiger Schutzfaktor ist das ausschließliche Stillen des Kindes in den ersten sechs Monaten. Erst zu diesem Zeitpunkt sind das Immunsystem und der Stoffwechsel des Kindes so weit, dass der Kontakt mit neuen Nahrungsmitteln gut verarbeitet werden kann.

Viele „Abbrecher“
Laut Prof. Hildegard Przyrembel von der Nationalen Stillkommission haben aktuelle Studien gezeigt, dass die meisten Mütter zunächst versuchen ihr Kind zu stillen. Aber nur ein kleiner Teil hält durch. Wenn die Kinder vor dem sechsten Monat auf Flaschennahrung oder Beikost umgestellt werden, findet der erste Kontakt mit Allergenen häufig zu früh statt. Als Folge steigt das statistische Risiko für eine Allergie.
Trotz intensiver Aufklärung vermutet Przyrembel, dass viele Frauen in den ersten Wochen mit der „Technik“ des Stillens nicht zurecht kommen. Hinzu kann die Sorge kommen, ob das Kind auch genug Nahrung erhält und ob es wie erwartet wächst. Bisher wird in Deutschland bei der kinderärztlichen Untersuchung nicht zwischen gestillten Kindern und anderen unterschieden. Obwohl die Weltgesundheitsorganisation WHO seit April 2006 korrigierte Wachstumskurven für Kinder empfiehlt, die gestillt werden.

Unterschiedliches Wachstum
Das hat seinen Grund. Denn nach der Geburt brauchen Stillkinder länger bis sie das Gewicht bei der Geburt zurückgewonnen haben. Dann nehmen sie zunächst schneller zu, um dann am Ende des ersten Lebensjahres leichter zu sein als nicht-gestillte Kinder. Forscher wissen heute, dass Stillen auch im weiteren Leben der Kinder nicht nur Allergien, sondern auch Übergewicht vorbeugen kann. Der Münchener Pädiater und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Berthold Koletzko hat nachgewiesen, das Schulkinder bis zu 25 Prozent weniger übergewichtig sind, wenn sie gestillt wurden.

Beratungen
Hebammen und Stillberaterinnen können den Müttern konkret helfen, wie sie ihr Kind stillen sollen. Neben der Technik beraten sie auch, welche Ernährung sinnvoll ist. Die Nationale Stillkommission empfiehlt, das sich die Mutter gesund und vollwertig ernährt. Anders als in den Medien häufig dargestellt, sind Einschränkungen nur dann sinnvoll, wenn das Kind tatsächlich mit Verdauungsstörungen oder Unwohlsein reagiert oder wenn ein höheres Allergierisiko bekannt ist.
Eine stillende Frau braucht am Tag ca. 500 kcal zusätzlich, die sie am besten als Kohlenhydrate, wie Kartoffeln oder Brot, zu sich nehmen soll. Obwohl sich die Jodversorgung in Deutschland gebessert hat, raten Kinderärzte immer noch, dass stillende Mütter durch Einnahme von 100 Mikrogramm Jod pro Tag ihre Milch zusätzlich anreichern. Bewusstes Abnehmen durch Diäten sollte in dieser Zeit tabu sein.

Lesestoff:
Mehr Informationen gibt es unter www.aid.de und bei der Nationalen Stillkommission beim www.bfr.bund.de. Einmal im Jahr wird im Oktober mit der Weltstillwoche das Stillen populär gemacht.

Dr. Stefanie Schmid-Altringer, aid

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