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Strontium-90 Gehalte in Lebensmittel nehmen zu

Ernährung

Japaner sollen Lebensmittelvorschriften anpassen

Unmittelbar nach Fukushima gab es große Unsicherheiten, was in Japan noch verzehrt werden kann. Mehr als eine Million Lebensmittelproben haben die japanischen Behörden untersucht. Mit dabei ist Prof. Dr. Georg Steinhauser vom Institut für Radioökologie und Strahlenschutz an der Leibniz-Universität Hannover gewesen. Die Lebensmittel nehmen radioaktive Stoffe ganz unterschiedlich auf, lautet das erste Fazit, das er in „Environmental Science and Technology veröffentlichte und jetzt mit dem Heinrich-Stockmeyer-Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurde.

Durch die hohe Beprobungsdichte galt die Lebensmittelsicherheit als hoch. Die Arbeiten konnten jedoch ein für die Zukunft relevantes Problem aufzeigen. Strontium-90, ein schwierig nachzuweisendes Radionuklid, tritt nicht, wie bisher angenommen, immer gemeinsam mit dem leicht zu messenden Cäsium-137 auf. Da Cäsium im Laufe der zeit an Mineralien gebunden wird, nimmt der relative Anteil von Strontium-90 in Lebensmitteln mit der Zeit sogar noch zu.

In einigen Jahren könnte es sein, dass bedingt durch die hohe Strontium-90-Konzentration in einigen Lebensmitteln der Grenzwert für die Strahlenbelastung der Bevölkerung überschritten wird, ohne dass dies auffällt, da bislang nur Cäsium-137 gemessen wird.

Prof. Steinhauser und zwei weitere Autoren warnen vor einer Unterschätzung der Kontaminationslevel und fordern daher eine entsprechende Anpassung der Lebensmittelvorschriften durch die japanischen Behörden.

Lesestoff:

Georg Steinhauser et al: Analysis of Japanese Radionuclide Monitoring Data of Food Before and After the Fukushima Nuclear Accident, Environ. Sci. Technol, 2015, 49 (5), pp 2875-2885 http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es5057648

roRo

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