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Süßstoffe im Wasser

Ernährung

Abbaubare und nicht-abbaubare Süßstoffe

Sie sind süß, verursachen keine Karies und haben keine Kalorien. Gerade in zuckerfreien Getränken werden sie als Ersatz für Zucker eingesetzt: Süßstoffe. Sie haben noch eine andere Eigenschaft: Sie werden vom Körper nicht abgebaut und gehen damit aus der Flasche durch den Menschen direkt ins Abwasser.

In einer großen Sendung am Montagabend nimmt der NDR um 21:00 Uhr das Thema Trinkwasser auf und präsentiert Wasseranalysen, die Acesulfan K beinhalten. Zusatz: Der Stoff ist gesundheitlich unbedenklich. Dieser Süßstoff wurde in Wasserproben der Elbe bei Hamburg und im Dümmer See in Niedersachsen gefunden. Acesulfan K findet sich in einer Konzentration von 0,2 mg/Liter Wasser wider. In Hamburger Brunnen findet sich Acesulfan K seit 2015.

Im Mensch und im Wasser

Die Hamburger Wasserwerke berichten schon lange von vier künstlichen Süßstoffen, die im Abwasser gefunden werden: Acesulfan K, Cyclamat, Saccharin und Sucralose. „Es handelt sich dabei um winzigste Konzentrationen“, erläutern die Wasserbetriebe auf ihrer Seite. Björn Marquardt ist Leiter des Trink- und Abwasserlabors und betont: „Unsere Kundinnen und Kunden können unser Leitungswasser bedenkenlos trinken, es gibt keinerlei Gefahr für die Gesundheit.“

Bayern geht einen kleinen Schritt weiter und unterteilt auf dem herstellerunabhängigen „Wasser-Portal“, dass zwischen abbaubaren und nicht-abbaubaren Süßstoffen unterschieden werden muss. Die von den Hamburger Kollegen genannten Süßstoffe zählen allesamt zu den nichtabbaubaren Formen. Hingegen können Aspartam, Neohesperidin und Neotam besser abgebaut werden. Sie tauchen in den Kläranlagen gar nicht mehr auf.

Ganz abbauresistent ist aber Acesulfam K auch nicht. Dem NDR gegenüber sagt Laborleiter Kim Augustin von Hamburg Wasser: „Bakterien bauen Acetsulfan K nur ab, wenn nichts vorhanden ist, was sie lieber fressen, weil e leichter zu verwerten ist.“

Risiko Akzeptanz ist größer

Dennoch sollten Einträge von menschengemachten Stoffen unterbleiben, erläutert Augustin. Künftig könnte sich herausstellen, dass die Stoffe doch nicht unbedenklich sind.

Dazu will der NDR einige Studien zeigen, die bei Goldfischen und Zebrafischen negative Auswirkungen durch Acetsulfan K aufzeigen. Das Technologie-Zentrum Wasser (TWZ) in Karlsruhe-Hagfeld kennt das Thema seit vielen Jahren. Derzeit stellt sich bei Süßstoffen ein Problem dar: „Das mögliche Auftreten von Spurenkonzentrationen im Trinkwasser kann ein Akzeptanzproblem für die Verbraucher darstellen, was offen diskutiert werden muss.“

Roland Krieg

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