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Tipps für den Nikolausteller

Ernährung

Sternfrucht statt Schokoladen-Weihnachtsmann

> Der erste Advent ist bereits vorbei und am nächsten Montag müssen die Strümpfe am Kamin prall gefüllt sein. Noch allerdings gähnt die Leere vom Nikolausteller und Winterspeck setzt vielleicht bereits schon an. Und Weihnachten hat gerade erst angefangen. Nun ist es kein Geheimnis, dass zu viel und zu fett gegessen wird, was vor allem die Kinder ihr Leben lang ausbaden müssen. Wie also die Zeit des Lebkuchenhauses, der Schokolade, des Marzipans ? all den süßen Verführungen widerstehen?

Bloß nicht verzichten
Eine Vorweihnachtszeit ohne Leckereien ist nicht vorstellbar und soll auch gar nicht erst versucht werden. Der aid infodienst hat einen anderen Ratschlag: Süßigkeiten sparsam und bewusst genießen. Drei Marzipankartoffeln, Plätzchen oder Dominosteine schmecken genauso gut wie zehn. Ein kleiner Schokoladennikolaus schmückt den Weihnachtsteller genauso wie der große XXL-Bruder. Der Trick: Befüllen sie den Weihnachtsteller nicht mit allen Leckereien, die bis Weihnachten reichen sollen, sondern legen Sie immer nur für ein oder zwei Tage auf.

Sehnsucht nach Intensität
Was die heutige Ernährungssituation auszeichnet, ist die ständige Verfügbarkeit aller Speisen und Leckereien. Während früher noch Mahlzeiten im Familienkreis eingenommen wurden und es auch Beilagen gab, die nicht allen schmeckten, bieten die Convenience-Produkte heute gezielt die Geschmacksrichtungen an, die jeder einzelne am liebsten zu sich nimmt. Dieser Trend der allgemeinen Küche lässt sich auch auf die Süßigkeiten übertragen: Marzipankartoffeln beim Fernsehen satt. Einmal und die ganze Packung ? anstatt täglich die Freude auf ein bisschen. Eltern können das bei Kindern zumindest zu Hause steuern. Und damit auch Disziplin zeigen. Denn die ist erforderlich, da die Ernährungsindustrie den individuellen Geschmack als wichtigste Kaufentscheidung längst erkannt hat. Sie arbeitet an der Optimierung des Geschmacksprofils ihrer Kunden, wie die Wiener Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler feststellt. Das gilt dann auch für die unterschiedlichsten Leckereien, die auf dem Markt sind. Die Expertin hat auch den Trend in der Industrie ausgemacht, ?Mood Food? herzustellen: Essen als persönliches Emotionsmanagement. Der physiologische Zweck des Essens tritt in den Hintergrund. Bei Langeweile hilft der Snack mit einem knackigen Geräusch, das akustisch stimuliert, Süßes hilft beim Einlullen und Trösten. Bedient der Weihnachtsteller also in diesem Jahr die unendliche Sehnsucht nach Intensität und deren Folgen oder die einmal im Jahr auftretende Freude auf Weihnachten?

Bunte Teller
Die Teller müssen nicht von der Verpackung her gesehen bunt sein, sondern können von ihren Auflagen her leuchten. ?Eltern sollen Süßigkeiten vom Nikolausteller verbannen. Alles was rot, gelb oder grün ist ? also Obst und Gemüse ? dürfen Kinder dagegen in rauen Mengen essen?, empfiehlt Dr. Michael J. Lentze, Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Bonn. So eignen sich Mandarinen, Apfelsinen und Äpfel oder Trockenfrüchte wie Feigen und Datteln hervorragend für den Nikolausteller. Auch die exotische Sternfrucht passt in diese Zeit. Die traditionellen Nüsse haben wie die Kekse aus dem Laden zu viel Fett. Kinder finden mehr Spaß und Geschmack an Selbstgebackenem, weil sie dort aktiv mitgestalten dürfen. Schokolade und viel Fett spielen beim Backen dann nur noch eine untergeordnete Rolle.
Beim aid infodienst hingegen gehören die Nüsse dazu, da sie wichtige Vitamine, Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren liefern. Muntermacher für die dunklen Tage sind Obst und Rosinen, die obendrein noch kalorienarm sind. Sie liefern Ballaststoffe und die Vitamine C, B, und E. Nebenbei schützt dieser Nikolausteller auch noch vor Erkältungen.

Der Bio-Bär
Mit Karies und Kalorien weist hat das Seelenfutter bekannte Nebenwirkungen auf. Da helfen auch keine Bio-Süßwaren. Sie haben jedoch einen Vorteil: sie verzichten in der Herstellung weitgehend auf Zusatzstoffe und Aromen. Die Herstellung von Bonbons, Lutschern und Gummibärchen ist ja relativ einfach: Zucker oder ein anderes Süßungsmittel wird erhitzt und so lange gerührt, bis eine klebrige sirupartige Maße entsteht. Für Farbe und Geschmack werden Aromen, Säuerungsmittel und Farbstoffe hinzugegeben. Nach dem Abkühlen ist die Masse fertig.
Gelatine macht das beliebte Gummibärchen. Die Bio-Bonbons und Lutscher werden hingegen mit Maissirup gesüßt. Als einzige andere Zutat kommt Bio-Fruchtdicksaft in der gewünschten Geschmacksrichtung dazu. Bei den Bio-Gummibärchen ist das ganz ähnlich: Rohrohrzucker und Maissirup aus ökologischem Anbau sorgen für eine angenehme Süße; Fruchtsaftkonzentrate und Zitronensäure geben Farbe und Geschmack. Als Geliermittel wird Gelatine, Gummi Arabicum oder Apfelpektin eingesetzt. Was drin ist, merkt man, wenn man drauf beißt: die klassisch zähe Konsistenz von Gummibärchen erreicht man mit Gelatine. Bärchen mit Gummi Arabicum sind fester im Biss, Pektin macht Bärchen eher soft.

VLE

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