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Übergewicht belastet deutsche Wirtschaft

Ernährung

5 Milliarden Euro pro Jahr

> Die volkswirtschaftlichen Kosten des deutlichen Übergewichtes werden auf 530 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Werden auch die Begleiterkrankungen, die so genannten Co-Morbidäten, berücksichtigt, dann sind es über 5 Milliarden Euro. Das berichtetenn Dr. Thomas von Lengerke und Dr. Jürgen John vom GSF-Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) auf der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, zu der Anfang April in Mannheim über 5.000 Besucher gezählt wurden. Die Gesundheitsökonomen rechnen aus: ?Dabei sind die spezifischen direkten Kosten der Versorgung vor allem auf Allgemeinarzt-Besuche zurückzuführen, und die indirekten Kosten im Sinne arbeitsunfähigkeitsbedingter Produktivitätsverluste machen ungefähr 50 Prozent aus.?
Übergewicht ist einer de bedeutendsten Risikofaktoren für die Gesundheit, da es die Wahrscheinlichkeit von Diabetes, Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauferkrankungen erhöht. Die Zahl Übergewichtiger und Adipöser hat bei Kindern, Jugendlichen, Männern und Frauen in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Je schwerer, desto öfter
Das Robert-Koch-Institut hat ?in einer Analyse der Daten des Bundes-Gesundheitssurvey 1998 zu den Einflussfaktoren der Inanspruchnahme im ambulanten Bereich festgestellt, das Adipositas ? definiert als Body-Mass-Index (BMI) von 30 und darüber ? mit einer erhöhten Inanspruchnahme von Allgemeinärzten einhergeht.?
Auf dem Kongress wurde eine neue Auswertung vorgestellt, bei der 947 Personen im Alter zwischen 25 bis 74 aus der Region Augsburg dreimal jährlich telefonisch befragt wurden. ?In der Regel sind es tatsächlich die schwer adipösen, die sich deutlich von den Normalgewichtigen unterscheiden?, berichteten Lengerke und John. ?So ist unter Ersteren der Anteil der Krankenhausfälle mit 9,9 Prozent praktisch doppelt so hoch, und der Anteil von Personen mit relativ starker Inanspruchnahme stationärer Leistungen mit 8,6 Prozent mehr als vier Mal so groß wie bei Normalgewichtigen.? Bei den Allgemeinarztbesuchen gelten vergleichbare Relationen. Hier beanspruchen die mäßig adipösen (BMI 30 bis 35) mit 62,4 Prozent die meisten Leistungen.
?Betrachtet man die Kosten, liegen schwer adipöse im stationären Bereich wie zu erwarten deutlich vorne: Sie verbrauchten im Mittel 1.630 Euro, während alle andern Gruppen deutlich unter 600 Euro blieben. Bei den Allgemeinarztbesuchen zeigt sich dagegen deutlich eine ?Treppenfunktion? von 45 Euro für Normalgewichtige bis 73 Euro für Adipöse mit einem BMI von 35 und mehr?, so Lengerke und John.

Der Body-Mass-Index
Seit einiger Zeit wird der BMI als Maßstab genommen, um den Gewichtszustand zu berechnen. Er beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße und gibt damit einen empfehlenswerten Gewichtsrahmen an. Ermittle t wird der BMI aus dem Körpergewicht in Kilogramm, geteilt durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat. Ein Mensch mit der Größe von 1,70 und dem Gewicht von 75 kg hat demzufolge einen BMI von 25,9 (75 / 1,70 x 1,70).
Ein BMI unter 20 bezeichnet ein Untergewicht, bis 25 das Normalgewicht, bis 29 ein Übergewicht und ab 30 die Adipositas (Fettleibigkeit).

roRo

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