Menü

Umweltgeschenke vom Weihnachtsmarkt

Ernährung

Flanieren auf der weihnachtlichen Sophienstraße

Eine große Stadt hat viele Weihnachtsmärkte. Berlin ist eine sehr große Stadt. Wer durch die Hackeschen Höfe flaniert kommt am anderen Ende auf der Sophienstraße heraus, wo ihn einer der besinnlichsten Weihnachtsmärkte erwartet. Seit nunmehr elf Jahren stellen namhafte Umweltschutzorganisatoren und traditionelles Kunsthandwerk ihr Naturwarenangebot auf dem Berliner Umwelt- und Weihnachtsmarkt aus, der von Colibri Umweltreisen aus dem brandenburgischen Dallgow organisiert wird. Dem Umweltamt Mitte war dieser Weihnachtsmarkt 1996 schon der 1. Umweltpreis wert.
„Hier finden Besucher nicht nur schöne, sondern auch sinnvolle, ökologische Präsente“, betont Jörg Drews, Geschäftsführer von Colibri. Bis zu 5.000 Besucher flanieren durch die Sophienstraße lässt er Herd-und-Hof.de wissen. Weil diese jedoch so langgestreckt ist, drängelt es sich dort nicht. Wie es auch keinen Weihnachtsmarktrummel gibt. Von der Sophienkirche kommt ein kleiner Chor, der sich gesanglich einmal nicht dem rotnasigen Rentier widmet. Vor ihm lauschen die Besucher wie vor anderen Musikern, die den Sternenhimmel mit fast meditativen Klängen erfüllen.
Hier gibt es noch Lebkuchenhäuser zum selber basteln und außergewöhnliche Geschenke von Hüten, afrikanischem Blechspielzeug und kunstvoller Keramik. Die außergewöhnlichen Köstlichkeiten sind vegetarischer und biologischer Art.
An den Adventswochenenden hat der Umweltweihnachtsmarkt Samstags von 12:00 bis 21:00 Uhr und Sonntags von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Kinder aufgepasst: Hier ist Deutschlands einziger grün gekleideter Weihnachtsmann unterwegs!

Das Dresdner Stollen-Geheimnis
„Der Striezelmarkt geht auf ein Privileg aus dem Jahr 1434 zurück“, erklärt Heidrun Reim, Historikerin am Dresdner Stadtmuseum. Zunächst wurde dort nur Fleisch verkauft, bald aber auch andere Waren und natürlich das Gebäck, das ihm den Namen gegeben hat: Der Striezel. Als Dresdner Stollen hat es das Gebäck zum traditionellen jährlichen Weihnachtsgruß in die ganze Welt gebracht. Zu den Kunden soll sogar eine Missionsstation in Zentralafrika gehören.
Schriftlich erwähnt wurde der Striezel in Dresden zuerst 1471 in den Rechnungen der städtischen Materni- und Bartholomäi-Hospitäler. Sieben Groschen haben die Bäcker für den Stollen bekommen. Urkundlich erwähnt wurde er aber sogar schon 1329 in einem Schriftstück von Naumburg in Sachsen-Anhalt.
Im 15. Jahrhundert wurden während einer Hungersnot die Getreidevorräte knapp. Die Lübecker griffen zu reichlich vorhandenen Mandeln und Zucker und ersetzten das knappe Brot durch Marzipan.
Im gleichen Jahrhundert erteilte der Pabst ein generelles Butterverbot, was den Kurfürst Ernst von Sachsen und seinen Bruder bewegte, sich an den Kirchenoberen zu wenden, um das Butterverbot wieder aufzuheben. Das als Ersatz in Dresden vorgesehene Öl hätte in Dresden teuer eingeführt werden müssen. Außerdem war, so die Dresdner Historikerin, den Bürgern der Stollen bereits „heilig“. Das Butterverbot wurde gelockert und der Striezel gerettet.
Für die Herstellung des Stollen gibt es festgelegte Rezepturen, denn er ist wie das Lübecker Marzipan patent- und markenrechtlich geschützt. Für Zutaten wie Rosinen oder Mandeln gibt es festgeschriebene Mindestmengen, die von den Bäckern eingehalten werden müssen. Trotzdem hat noch jeder sein „eigenes Gewürzgeheimnis“, verrät Wolfgang Hesse, Geschäftsführer des Schutzverbandes Dresdner Stollen e.V. Manche Rosinen werden in Rum oder Weinbrand eingelegt.
Natürlich gibt es noch viele andere Stollen, die sich voneinander unterscheiden. Der Rheinische Stollen hat eine saftige Füllung aus Marzipan, Thüringer Stollen wird glasiert und mit kandierten Früchten veredelt und moderne Stollen haben für Figurbewusste eine Quarkfüllung, sind für Gesundheitsbewusste aus Vollkorn und, so die CMA, es soll bereits Glühwein-, Champagner- und Kirschstollen geben.
Das leckere Gebäck ist übrigens sehr gut haltbar. Kühl und trocken empfiehlt Striezel-Experte Hesse. Dazu eignet sich das Schlafzimmer oder der Balkon. Nur Frost – das verträgt er nicht. Saftig bleibt dass gute Stück in der Originalverpackung und mit Leinentüchern umwickelt.

Mit dem Umweltmarkt und dem Stollen-Geheimnis endet der kleine Vierteiler über besondere Weihnachtsmärkte. Die anderen sind der Engelke Markt, Gut Grambow und das Adventsdorf Dannenfels.

VLE

Zurück