Vegane Datengrundlage fehlt

Ernährung

Datengrundlage vegan im nächsten Ernährungsbericht

Deutschland ist Vorreiter im veganen Europa. So titelte Anfang des Monats ein Marktforschungsergebnis und stellte fest, dass „vegan“ den Trend vegetarisch schon fast abgehängt hat [1].

Unproblematisch ist das nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat Mitte April die möglichen Defizite in einem Positionspapier aufgelistet [2]. „Danach ist zusammenfassend festzuhalten, dass bei einer rein pflanzlichen Ernährung eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich ist“, weiß auch das Bundesernährungsministerium in einer Antwort auf eine Frage von Bündnis 90/Die Grünen. „Kritische Nährstoffe sind vorrangig Vitamin B 12, aber auch Protein bzw. unentbehrliche Aminosäuren und langkettige n3-Fettsäuren sowie weitere Vitamine (Riboflavin, Vitamin D) und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen). Da sich mit dem Verzicht auf jegliche tierische Lebensmittel das Risiko für Nährstoffdefizite und damit das Risiko für Gesundheitsstörungen erhöht, wird eine vegane Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im gesamten Kindes- und Jugendalter von der DGE nicht empfohlen. Wer sich dennoch vegan ernähren möchte, sollte dauerhaft ein Vitamin- B12-Präparat einnehmen, auf eine ausreichende Zufuhr v. a. der weiteren genannten kritischen Nährstoffe achten und gegebenenfalls angereicherte Lebensmittel und Nährstoffpräparate verwenden.“

Deshalb will die DGE für den nächsten und 14. Ernährungsbericht, der 2020 erscheinen wird, vor allem in diesem Bereich die Studienlage verbessern. Geplant ist eine detaillierte Untersuchung zur vegetarischen Ernährung bei Kindern in Deutschland mit einer Erhebung der Ernährungspraxis, der Nährstoffversorgung und des Gesundheitsstatus.

Lesestoff:

[1] Veganismus im Handel
[2] Bei vegan fehlt Dir was

Roland Krieg

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