Vegetarischer Markt wächst

Ernährung

Klein – aber oho: Der vegetarische Markt

Die Fleischbranche fühlt sich von den Vegetariern bedroht. Marktrelevant sind die Obst- und Gemüsefans noch nicht. Aber das Marktvolumen steigt. Wie viele Vegetarier es in Deutschland gibt, ist nicht genau bekannt. Der Vegetarier-Bund geht derzeit von sieben bis neun Millionen Konsumenten aus. Mancher bezeichnet sich auch schon als Vegetarier, wenn Wurst statt Fleisch auf dem Teller liegt.

Die Ovo-Lakto-Vegetarier verzichten auf Fisch und Fleisch, essen aber Eier und trinken Milch. Die Ovo-Vegetarier verzichten zusätzlich auf Milchprodukte und die Lakto-Vegetarier verzichten aufs Ei, verzehren aber Milch und Molkereiprodukte. Die Nationale Verzehrsstudie II ist entsprechend vorsichtig: „Insgesamt richten sich nur 4 % der Teilnehmer nach einer definierten Ernährungsweise. 1,6 % der Deutschen geben an Vegetarier zu sein.“

Ein bisschen vegetarisch geht auch

Der Blick auf den Markt gibt mehr Gewissheit. Seit 2008 verzeichnet der Lebensmitteleinzelhandel ein jährliches Wachstum von 30 Prozent im Verkauf von vegetarischen Teilfertigprodukten. Insbesondere Handelsketten und Discounter tragen zu diesem Aufschwung bei. Der Verkauf von vegetarischen Produkten im Naturkosthandel ist bei den Zahlen nicht berücksichtigt. Das lässt vermuten, die Produkte werden nicht nur von Vegetariern gekauft, sondern von Kunden, die auch mal fleischlos essen wollen. Auch Grundzutaten wie Tofu oder Fertiggerichte wie Lasagne sind in den Zahlen nicht berücksichtigt.

Umso erstaunlicher ist der Entwicklung, da Tofu-Würstchen, Seitan-Schitzel oder Tempeh-Spieße als vegetarische Komponente in den Ernährungsalltag einfließen, ohne gleich zu ein Vegetarier sein zu müssen. Die Hersteller freut´s.

Lesestoff:

Fleischverzehr ist eineKulturfrage

Roland Krieg; Grafiken IRI Information Resources

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