Verbraucherschutzministerkonferenz
Ernährung
Frischfleischkennzeichnung und NRW-Hygiene-Ampel
Nordrhein-Westfalen hat in diesem Jahr den Vorsitz der Verbraucherschutzministerkonferenz. Am Freitag fand sie in Düsseldorf statt.
Die Verbraucherminister fordern ähnlich wie beim Frischei eine Kennzeichnung nach Tierhaltungsformen bei Frischfleisch. Ökologisch erzeugte Ware soll die Null erhalten, bei 2 und 3 sind in verschiedenen Ausmaßen gesetzliche Regelungen übertroffen und eine „3“ kennzeichnet die Einhaltung des gesetzlichen Standards. Die Länder wollen in den nächsten Monaten gemeinsam mit dem Bund an einer Umsetzung feilen und diese zunächst bei Schweinefleisch einführen. Der Vorsitzende Johannes Remmel sagte: „So sollen Verbraucherinnen und Verbraucher künftig in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich ihre Kaufentscheidung auch unter Tierschutzaspekten zu treffen.“
Düsseldorf hat auch wieder neuen Versuch für die
Hygiene-Ampel hervorgebracht. „Wir wollen grünes Licht für gute Betriebe und
wollen daher in NRW die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung veröffentlichen“,
sagte Remmel. Bäckereien, Metzgereien, Restaurants und Cafes sollen
entsprechend gekennzeichnet werden. Für Remmel liegen die Zahlen der
beanstandeten Proben auf gleich hohem Niveau. „Andere Länder wie Dänemark [s.
Foto], machen uns vor, wie diese Zahlen gesenkt werden können – mit mehr Transparenz.
Und warum sollte das, was in Dänemark funktioniert, nicht auch in Deutschland
und insbesondere in NRW funktionieren?“, fragte Remmel. Gegen die
Bundesregierung haben sich die Verbraucherschutzminister in den letzten Jahren mehrfach
für eine entsprechende Ampel ausgesprochen. Jetzt will Remmel das allein
machen.
Die Verbraucherschutzminister haben zudem Landwirtschaftsminister Christian Schmidt aufgefordert, ein „nationales, ressortübergreifend arbeitendes Koordinierungszentrum“ gegen Lebensmittelverschwendung einzurichten. Der Agrarminister konterte bereits am Freitag, dass bereits eine nationale Plattform im Bundeslandwirtschaftsministerium eingerichtet wird. „Die notwendigen Abstimmungen mit den Bundesländern und der Wirtschaft laufen.“ Schmidt will die Lebensmittelverschwendung bis 2030 halbieren. Heute wird in den privaten Haushalten am meisten weggeworfen, so dass die Konsumenten für das Thema sensibilisiert werden müssen. „Unsere Studien zeigen: Junge Menschen werfen Essen häufiger und leichtfertiger weg als ältere. Deshalb bleibe ich bei meiner Forderung an die Länder: die Ernährungsbildung gehört in die Lehrpläne. Hier könnten die Länder einen wichtigen Beitrag leisten: für mehr Wertschätzung und weniger Lebensmittelabfall“, sagte Schmidt.
roRo; Foto: roRo