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Verbraucherwissen holt auf

Ernährung

40.000 Fragen an die Verbraucherzentrale

>Heidrun Franke von der Verbraucherzentrale des Landes Brandenburg beziffert heute morgen die Anfragen der Konsumenten auf 30.000 bis 40.000 im Jahr. Darunter sind rund 5.000 Intensivgespräche.

Problembereiche
Der Fragen, nicht nur auf der Grünen Woche, zeigen, dass die Sorgen über Obst und Gemüse größer sind, als über die Fleischskandale. Die Verbraucher könnten sehr gut unterscheiden, dass nur einzelne schwarze Schafe nicht verzehrtaugliches Fleisch in Umlauf brachten. Da sieht sie das Verbraucherinformationsgesetz auf dem richtigen Weg, wenn die Firmen auch noch genannt werden dürfen, wenn das Fleisch schon nicht mehr im Handel ist. Die Verbraucher kommen ja erst dann zu den Beratern, wenn der Skandal aufgeflogen ist und die Ware nur noch in den Kühlschränken der Kunden lagert. Die fingen dann zu sortieren.
Geht es nicht mehr nur um ein einzelnes Produkt, sondern gleich um eine ganze Warengruppe, dann sind die Sorgen größer. Obst und Gemüse geraten immer wieder durch erhöhte Stickstoffmengen und Pflanzenschutzmittelrückstände unter Generalverdacht. Das irritiert die Kunden nachhaltiger.
Vielfach sind die Kontrollen im Ausland bereits besser als in Europa. So können südafrikanische Weintrauben geringere Rückstandswerte aufweisen, als einheimische Ware. Deshalb müssten die Unternehmen keine Vorbehalte gegenüber handelsbehindernde Qualitätsstandards haben. Problembereiche sieht die Verbraucherschützerin zur Zeit vor allem in der Etikettierung. Es müsse der Hersteller, der Händler oder sonst ein Verantwortlicher auf dem Etikett aufgedruckt sein. Das sei oft noch mangelhaft, denn gerade das wollen die Verbraucher am ehesten wissen, um ein Vertrauensverhältnis zu den Waren aufzubauen.

Knappe Finanzierung
Schwierig wird die Finanzlage des Brandenburger Verbraucherschutzes. Im Mai wird über den nächsten Zwei-Jahres-Etat entschieden, und Heidrun Franke sieht die Verbraucherzentrale "mit einem blauen Auge davonkommen". In Mecklenburg-Vorpommern wird der Verbraucherschutz wegen der fehlenden Finanzmittel nur noch als Verein weiter geführt. Für Brandenburg müssen 20 Mitarbeiter beispielsweise im Ernährungsbereich den Beratungsbedarf vom Kindergarten bis zum Seniorenbereich abdecken. Zwischen 10 und 20 Prozent des Etats müssen die Zentralen durch eigene Mittel erwirtschaften.
Zur Zeit wird gemäß den Angaben im Koalitionsvertrag über eine Stiftung nachgedacht, die vor allem die Finanzierung der unabhängigen Verbraucherzentralen sichern soll.

Roland Krieg

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