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Ernährung

Übernahme-Zank bei Essenslieferdiensten

Das große Schlingen von takeaway.com und Just Eat ist kräftig versalzen worden [1]. Zu viele Köche verderben eben den Brei. Den niederländischen Diensten von“ takeaway“ gehören auch die deutschen Lieferhelden. Aber nicht allein. 22 Prozent sind in der Hand der südafrikanischen Liefergesellschaft Prosus, die auch einen Sitz im Vorstand hat. Delivery Hero wollte seinen gesamten Besitz im April an Prosus verkaufen und wusste nach eigenen Angaben nichts von den niederländischen Plänen in diesem Sommer.

Prosus hat reagiert und will statt den Lieferhelden nun den ganzen Kuchen und bot gegen die Niederländer 4,9 Millionen britische Pfund für „Just Eat“. Das hat den Finanziers von Cat Rock Capital den Magen verdorben. Diese halten drei Prozent Anteile an „Just Eat“ und werfen Prosus vor, den lukrativen Deal mit den Niederländern verdorben zu haben. Denn die deutschen Lieferhelden wollen nun ihrerseits die Hollandanteile auf jeden Fall loswerden und lieber unter das Dach der Südafrikaner schlüpfen. Dieses „auf jeden Fall“ macht die niederländische Offerte für „Just Eat“ weniger wertvoll.

Das passt haargenau in die aktuellen Aktienverläufe für den US-Lieferdienst GrubHub, der ebenfalls als Dienstleister zwischen Besteller und Imbissen auftritt. Für das dritte Quartal meldete der größte Essens-Lieferdienst in den USA noch ein Umsatzplus zum Vorjahreszeitraum von 30 Prozent von 247 auf 322 Millionen US-Dollar. Quer durch die USa wurden 21 statt 16 Millionen Essen ausgeliefert. Diesen Montag ist GrubHub allerdings böse auf die Nase gefallen. Die Wall Street spekulierte auf 387 Millionen US-Dolalr Umsatz für das vierte Quartal. GrubHub allerdings rechnet kaum noch mit einem Plus und liegt in seiner Schätzung zwischen 315 und 335 Millionen und damit möglicherweise unter den Q3-Zahlen. Grund sind steigende Lieferkosten. Der Q4-Ebitda-Wert liegt mit 15 bis 25 Millionen US-Dollar unter dem Q3-Wert von 53 Millionen US-Dollar. In einem Brief an seine Investoren teilt das Unternehmen mit, das ein Zuwachs von zehn Prozent Kunden unter den Erwartungen liege. Die Akquise neuer Restaurants zeige, dass die Bestellfrequenz zwar gut, aber der Gewinn pro Bestellung zurückgehe. GrubHub glaubt, dass die Marktreife für Essensbestellungen erreicht ist.

Die Einschätzung reicht, um die Übernahme auf der europäisch-südafrikanischen Schlachtplatte so zu verunsichern, dass jeglicher Aktionär fürchtet bei jedem erdenklichen Ausgang zwischen Delivery Hero-takeaway-Just Eat harte Euros zu verlieren.

Lesestoff:

[1] Übernahme bei Lieferdiensten: https://herd-und-hof.de/ernaehrung-/das-grosse-schlingen.html  

roRo

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