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Vitamin E wird inhaliert zum Todesrisiko

Ernährung

Vitamin E in E-Zigaretten verursacht Lungenerkrankung

Vitamin E Acetat kann in jeder Apotheke oder im Naturkostladen gekauft werden. Es wird in kleinen Fläschchen in flüssiger Form angeboten. Es gilt als chemisch stabiler und hautverträglicher als natürliches Vitamin A und hat daher seinen Platz bei Kunden natürlicher Produkte gefunden. In den USA gilt Vitamin E Acetat als Todesursache beim inhalieren von so genannten „E-Zigaretten“.

Vitamin E

Hier unterliegen Kunden bereits der Irreführung von Anwendern, die Vitamin A Acetat als „natürlich“ bezeichnen. Hinter Vitamin E stecken verschiedene chemische Gruppen von Tocopherolen und Tocotienide, die sich durch verschiedene Methylpositionierungen voneinander unterscheiden. In der Natur kommt alpha-Tocophrerol am häufigsten vor und ist biologisch wirksam. Vitamin E ist fettlöslich und kann vom Menschen nur über die Nahrung aufgenommen werden. Quelle sind verschiedene Pflanzenöle und korreliert positiv mit der Menge ungesättigter Fettsäuren.

Was mit den übrigen Tocopherolen ist, wissen die Wissenschaftler nicht. Alle Formen kommen in der Natur jeweils mit der höchsten Form biologischer Wirksamkeit vor. Vitamin A wird mittlerweile vielseitig bei verschiedenen Therapien wie Arteriosklerose, in der Schmerztherapie oder unterstützend bei Demenz in der Medizin eingesetzt. Bei Allergikern wird das synthetische Vitamin A bevorzugt. In der Regel wird Vitamin A über die Leber ausgeschieden. Verarbeitete Tocopherole sind weniger licht- und sauerstoffempfindlich als natürliches Vitamin A, wusste die Deutsche Apotheker-Zeitung schon 1999 [1].

Seit 2008 mehren sich Hinweise, dass die überhöhte Zufuhr synthetischem Vitamin E auch die Sterblichkeit erhöhen kann. Das Risiko für die Einnahme von Vitamin E über Nahrungsergänzungsmittel wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als „mäßig“ eingeschätzt.

Lunge oder Darm?

Bis hierher wurde Vitamin E im Rahmen der Kosmetik und als Nahrungsergänzungsmittel betrachtet. Die Wirkung bezieht sich auf die Haut und die Resorption durch den Darm. Ein geringes Risiko für den Menschen wird auch von der amerikanischen BfR-Schwesterorganisation Centers for Disease Control and Prevention (CDC) geteilt.

Das flüssige Öl wird in E-Zigaretten von den US-Herstellern auch als Ersatz für Tetrahydrocannabiol verwendet. Somit wirkt Vitamin E Acetat plötzlich nach der Inhalation auch auf das Lungengewebe.  Schädigungen und 39 Todesfälle hat das CDC in Verbindung mit dem Gebrauch von E-Zigaretten und Verdampfern gebracht. Erst seit kurzem existiert mit EVALI überhaupt ein Namen für die neue Lungenkrankheit: „E-cigarette or vaping product use-associated lung injury“.

Bei 29 Patienten aus zehn US-Bundestaaten hat die CDC in Lungenflüssigkeit Vitamin E Acetat-Reste gefunden. Das war Ende der vergangenen Woche der erste Beleg für einen Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und den Todesfällen. Das CDC hat die Warnung ausgesprochen, auf E-Zigaretten und Verdampfungsprodukte zu verzichten.

Die Ergebnisse

Während in allen 29 Proben Vitamin E Acetat gefunden wurde, war das bei THC nur bei 82 Prozent und bei Nikotin zu 62 Prozent der Fall. Auch andere üblicherweise verdächtigen Produkte wie destillierte Mineralölprodukte konnte das CDC ausschließen.

Die Todesfälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Zum Stichtag 05. November sind in den USA 39 Todesfälle und 2.051 neue Lungenerkrankungen dokumentiert, die jetzt als EVALI geführt werden. Alle Patienten haben E-Zigaretten intensiv genutzt und eine lange THC-Geschichte hinter sich.

Das Indiz für Vitamin E Acetat ist zwar stark, doch kann die CDC andere Verbindungen noch nicht ganz ausschließen. Jugendliche und Schwangere sollen auf E-Zigaretten verzichten. Wer mit diesem Rauchen aufhören möchte, sollte sich gänzlich einer Raucherentwöhnung anschließen und nicht auf das „alte Rauchen“ zurück fallen. Wer bislang noch nicht geraucht hat, solle mit dem E-Qualm auch nicht anfangen.

Lesestoff:

https://www.cdc.gov/tobacco/basic_information/e-cigarettes/severe-lung-disease.html

[1] DAZ 1999, Nr. 44, S. 42, 31.10.1999

Roland Krieg

 

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