Waagen zeigen Körperfett unpräzise an
Ernährung
Körperfettwaagen zwischen „gut“ und „mangelhaft“
Jeder zweite Bundesbürger ist zu dick, sagt das Statistische Bundesamt und beruft sich auf den Body-Mass-Index (BMI). Er errechnet sich aus Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Größe in Metern hoch zwei. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Erwachsene mit einem BMI über 25 als übergewichtig ein. Aussagekräftig ist der Wert nicht. Er unterscheidet nicht zwischen Fett und Muskeln. Ein 1,75 Meter großer, 80 Kilogramm schwerer Mann hat einen BMI von mehr als 26. Er gilt also als übergewichtig – egal, ob er ein durchtrainierter Sportler mit Muskeln oder ein Sesselhocker mit Wampe ist. Eine Körperfettanalyse ist daher aussagekräftiger. Wenn sie denn funktioniert. Bei Stiftung Warentest wichen die Messwerte getesteter Personenwaagen oft deutlich vom tatsächlichen Fettgehalt ab: Eine Waage bescheinigte einer Testerin 17 Prozent Fett, die nächste 35 Prozent.
Im Test traten die Analysewaagen gegen ein medizinisches Profimessgerät an. Das ermittelt den Körperfettanteil mit einer Messung durch den ganzen Körper von Hand zu Fuß. Alle Waagen weichen bei der Fettanalyse im Schnitt um 14 bis 23 Prozent vom Referenzgerät ab. Die größten Abweichungen lieferte eine Discounterwaage.
Vor der Messung muss Größe, Alter, Geschlecht und oft auch der Fitnessgrad eingeben werden. Dann soll man sich mit bloßen Füßen auf die Waage stellen. Beide Fußsohlen berühren die Metallelektroden; ein schwacher nicht spürbarer Strom fließt durch die Beine. Die Waage misst die Leitfähigkeit und verrechnet das Ergebnis mit Erfahrungswerten für den Stromwiderstand je nach Größe, Alter und Geschlecht. Da die Messung höchstens den unteren Körper bis zum Bauchnabel erfasst, kommt es zu ungenauen Ergebnissen.
Das Gewicht zeigen fast alle Testwaagen treffsicher an, doch mit dem Körperfett nehmen sie es nicht so genau. Die Messwerte weichen oft deutlich vom tatsächlichen Fettgehalt ab. Die Stiftung Warentest hat 19 Personenwaagen zu Preisen von 13 bis 150 Euro getestet, darunter 16 elektronische Geräte mit Körperfettanalyse, extra großem Display oder Sprachausgabe und drei mechanische Waagen. Der ausführliche Test ist in er Januar-Ausgabe erschienen.
Stiftung Warentest