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Welche Lebensmittel sind teurer geworden?

Ernährung

Preiseffekte durch SARS-CoV-2 bei Gemüse

Der Lebensmitteleinkauf hat sich in den letzten Wochen rasant verändert. Von Hamsterkäufen bis zum aktuellen Anstehen, weil der Lebensmitteleinzelhandel nur eine begrenzte Anzahl Kunden in das Geschäft lässt, notieren mögliche Effekte auf der Nachfrageseite. Der Fachjournalismus wird nicht müde, für die Angebotsseite die sichere Grundversorgung zu betonen.

SARS-CoV-2 bringt aber Angebot und Nachfrage in ein neues Verhältnis. Welche Preiseffekte im Handel sind aktuell auf das Virus oder durch andere Ursachen zu finden? So berichten die Markbeobachter von Kartoffelpackern, die mittlerweile auch am Wochenende durch arbeiten. Kartoffeln gehören zu sehr gefragten Produkten, weil die Menschen wieder mehr zu Hause kochen. Dennoch haben sich die Verkaufspreise für Kartoffeln kaum verändert. Auf der Erzeugerebene sind die Preise ebenfalls stabil. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) ergänzt aktuell sogar, dass die Verbraucherpreise wegen der hohen Verfügbarkeit im März 2020  rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr kosten.

Äpfel und Tafelbirnen liegen derzeit 13 Prozent über dem Vorjahrespreis, weil die Ernten 2019 knapper ausfielen. Die Frischepreisesind insgesamt über alle Produktgruppen hinweg im März um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erhöht. Das liegt, wie beispielsweise Tönnies gegenüber Herd-und-Hof.de berichtete, an der stark gestiegenen Nachfrage nach Fleisch und Wurstwaren. Diese Preissteigerung hält nach Beobachtung der AMI schon seit Monaten an und ist nicht ausschließlich auf das veränderte Einkaufsverhalten durch SARS-CoV-2 zurückzuführen.

Die Marktbeobachter der AMI können aktuell nur steigende Gemüsepreise mit dem Virus in Verbindung bringen. Im Vorjahreszeitraum hat die knappe Marktversorgung bei Möhren und Zwiebeln sogar zu einer Preisreduzierung geführt, jetzt aber überträgt sich die steigende Nachfrage auf ein Preisplus. Fruchtgemüse, Brokkoli und Blumenkohl sind im März 2020 etwa sechs Prozent teurer.

Roland Krieg

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