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Welche Proteine braucht der Mensch?

Ernährung

Grillenmehl

Kohlenhydrate, Eiweiße, Fett, Vitamine und Mikronährstoffe. Was der Mensch zum Überleben braucht lässt sich leicht gruppieren. Eiweiße bezeichnet dabei die Vielfalt an Aminosäuren in unterschiedlichster Zusammensetzung. Acht Aminosäuren sind essentiell. Die kann der menschliche Körper nicht selbst aufbauen und ist auf die Zufuhr von außen angewiesen.

Lebensmittel, die viel Protein enthalten sind Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Molkereiprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse. Also sprechen wir von Steak, Milch und Bohnen, wenn Proteine auf den Teller sollen. Diese enge Verbindung hat in den letzten Jahren eine Erweiterung erfahren: auch Insekten sind proteinreich. Die sehen wir zwar nicht so gerne auf dem Teller, doch nähern wir uns dem Protein an sich, ist es egal, aus welcher Quelle es stammt. Protein muss nicht unbedingt aus Fleisch stammen, nur weil der westeuropäische Mensch sich daran gewöhnt hat.

Bis 2050 muss sich die Proteinzufuhr für die Weltbevölkerung nahezu verdoppeln. Es gibt dann nicht nur mehr Menschen, sondern auch veränderte Ernährungsweisen, hin zu mehr tierischer Nahrung.  Grillenmehl kann Abhilfe schaffen und löst auch das Problem keine langbeinigen Flügelträger auf dem Teller zu haben

Das britische Start-up „The Cricket Lab“ ist 2017 den Weg in die industrielle Mehlproduktion aus Grillen (Acheta domesticus) herzustellen. In Thailand gehören die Grillen zum Speiseplan und rund 20.000 Grillen-Farmer gibt es landesweit. Die meisten allerdings produzieren für den lokalen Markt.

Ein Problem, gegen das Insektennahrung kämpfen muss, ist die der niedrige Preis von Rind von Schwein. Vor allem die Erzeugung von Schweinefleisch ist arbeitsteilig so optimiert, dass die Erzeugerpreise sehr niedrig sind. Die Briten sind gleich mit hoher Intensität in den neuen Markt eingestiegen und produzieren Grillen in Stapelboxen bis zu sechs Meter Höhe. Nach vier Wochen werden die Grillen lebend gesammelt und schockgefrostet. Nach dem Waschen werden sie vermahlen und kommen in die Sprühtrocknung. Dabei wird das Mahlgut in einen Strom heißen Gases gebracht und trocknet in Sekundenbruchteilen zu einem feinen Pulver.

Der hochindustrielle Fertigungsprozess ist Schlüssel für den Wettbewerb der größten Grillen-Produktion in Chiang Mai im nördlichen Thailand. Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lüftung, Futtermenge und Futtermenge wurden so optimiert, dass die Anlage mittlerweile 14 Tonnen Grillen pro Monat erzeugt. Das ergibt rund 3,5 Tonnen Grillenmehl pro Monat. Die Produktion pro Quadratmeter ist für den Mehlpreis entscheidend, sagt Geschäftsführer Radek Husek. Mit einer Lizensierung der Herstellungstechnik, sollen die thailändischen Farmen das Grillenmehl auf dem Weltmarkt anbieten können.

Ganz im Sinn der Nachhaltigkeit ist die Futterquelle entscheidend. Insekten können mit landwirtschaftlichen Nebenprodukten gefüttert werden. Sie können geringwertigen Abfall in hochwertiges Protein umwandeln. Als Nebenprodukt können das Exoskelett der Insekten und ihr Kot als organischer Dünger in die Landwirtschaft fließen. So bauen die Briten die Grillenproduktion in die moderne Kreislaufwirtschaft und Ernährung des Menschen ein.

Roland Krieg

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