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Welternährungstag

Ernährung

Frieden wichtiger denn je

Neben den bisherigen Erfolgen der Hungerbekämpfung und den ehrgeizigen Sustainable Development Goals sieht es im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung in etlichen Regionen nach wie vor düster aus. Die Zentralafrikanische Republik, Sierra Leone, Sambia aber auch Haiti, Osttimor und Afghanistan haben eines gemeinsam: Blutige Konflikte, die eine Verbesserung der Situation kaum zulassen. Syrien ist das „Paradebeispiel“, wie ein fünfjähriger Krieg, der jetzt auch noch als Stellvertreterkrieg zu eskalieren droht, Millionen Menschen in die Flucht treibt. Das Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik IFPRI hat diesen Monat zum heutigen Welternährungstag den aktuellen Welthungerindex vorgestellt.

Der Wert setzt sich aus der Zahl der Unterernährten, der von Kindern, die an Wachstumsverlangsamung leiden, und der Sterblichkeitsrate von Kindern jünger als fünf Jahre zusammen. Konflikte sind der größte Hungertreiber und derzeit scheint es keinen Weltpolitiker zu geben, der einer kriegerischen Auseinandersetzung ein Ende bereiten kann – oder will. Diese Regionen sind auch Hilfsorganisationen nicht mehr zugänglich. Hier müssen nicht nur andere Ansätze her, dort sind auch Erfolge der letzten Jahre vernichtet worden.

Die FAO hat zum Welternährungstag die Städte im Fokus. FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva sieht in den Städten einen Schlüssel für die Bekämpfung des Hungers. Mit anderen Bürgermeistern großer Städte hat die FAO am Donnerstag auf der EXPO 2015 den „Städtischen Ernährungspolitik-Pakt“ unterzeichnet. Ziele sind die Bereitstellung gesunder Nahrung für alle, die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, die nachhaltige Ausgestaltung der Nahrungsproduktion und die Aufklärung der Menschen über gesundes Essen. Ohne Städte sei das Ziel, den Hunger bis 2030 auszumerzen, nicht zu erreichen, sagte Graziano. Schon jetzt leben die meisten Menschen in Städten, die künftig weiter wachsen werden.

Neben der direkten Lebensmittelversorgung müssen auch Städteplanung und Stadtentwicklung auf die Ziele des Städte-Paktes ausgerichtet werden. Sie müssen zudem eine engere Verbindung zu ihrem Umland erhalten.

roRo

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