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Weltwassertag 2005

Ernährung

Sicheres Wasser ist nicht selbstverständlich

Alle Menschen mit gesundheitlich einwandfreiem Wasser zu versorgen, ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine dauerhafte Herausforderung. Das gilt gleichermaßen sowohl für zentrale Versorgungen als auch für Hausbrunnen, Kleinanlagen und die Notwasserversorgung im Katastrophenfall, wie das Umweltbundesamt (UBA) beschreibt. Zu oft würden Verunreinigungen erst festgestellt, wenn Menschen bereits an ihnen erkrankt oder gar verstorben sind. Im September 2004 veröffentlichte die WHO ihre aktualisierten Leitlinien für die Trinkwasserversorgung. Das UBA sieht darin einen Paradigmenwechsel: Im Vordergrund steht nicht mehr die Trinkwasserqualität am Wasserhahn, sondern die umfassende Analyse der Versorgungssysteme sowie die Steuerung de Prozesse durch einen so genannten ?Water safety Plan?.
Bislang wird das Trinkwasser gemäß der vorigen Richtlinien vor allem auf die Einhaltung der Vorgaben für chemische und mikrobiologische Parameter untersucht. Das reicht, so dass UBA, für einen umfassenden Schutz der Verbraucher nicht aus.
In Deutschland gibt es zusätzlich ein umfassendes Regelwerk, welches detailliert die technischen Prozesse und Bedingungen beschreibt, die zur garantierten Einhaltung der Grenzwerte führen. Dazu gehört der Schutz der Brunnen, der Talsperren, Quellen und der dazugehörigen Einzugsgebiete. Ein gepflegtes Verteilungsnetz und die Verwendung von Materialien, die weder Schadstoffe an das Trinkwasser abgeben, noch das Bakterienwachstum fördern gehört auch dazu.

Tag der offenen Türen
Entsprechend der Deklaration des Weltwassergipfels für eine nachhaltige Entwicklung von Johannisburg 2002 und der AGENDA 21 soll bis zum Jahr 2015 der Anteil der Bevölkerung ohne sauberes Trinkwasser (1,2 Milliarden) und ohne Zugang zu angemessenen sanitären Anlagen (2,4 Milliarden) halbiert werden. Mit dem heute stattfindenden Weltwassertag beginnt die Dekade ?Wasser für das Leben ? Water for Life?. Die Uno begeht den Weltwassertag jedes Jahr am 22. März.
In Mittel- und Nordeuropa gibt es bislang keine Engpässe bei der Wasserversorgung. Um den Schutz der Wasserversorgung in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, hat das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt zum Tag der offenen Tür zu laden. Viele Abwasserzweckverbände und Trinkwasserfernversorger lassen sich heute hinter die Kulissen schauen. Die im Probestau befindliche Talsperre Leibis/Lichte kann von der Besucherplattform aus begutachtet werden. Am 26. März stehen Fachleute im Rahmen des Osterspazierganges des MDR Auskunft über die Trinkwassertalsperre.
Die Berliner Wasserbetriebe haben zum Weltwassertag nichts geplant und verweisen auf das sommerliche Wasserfest.

Neue Messwagen in Brandenburg
Das Brandenburger Landesumweltamt nimmt heute zwei technisch auf den allerneuesten Stand entwickelte Messwagen in Betrieb. Sie werden künftig landesweit Flüsse, Seen und Grundwasser beproben. Insgesamt gibt es 1.015 Messstellen aus denen jährlich 10.000 Proben gezogen werden. Mehrmals im Jahr werden an rund 300 Grundwasserpegeln der pH-Wert, der Sauerstoffgehalt, die Trübung, Leitfähigkeit und das Redoxpotenzial ermittelt. Das Redoxpotenzial sagt etwas über den Zustand des Wassers aus, inwieweit es die Löslichkeit von Schwermetallen begünstigt. Mit Hilfe eines ausfahrbaren Kunststoffrohres wird eine Wasserprobe bei jedem Wetter entnommen und direkt im Messwagen ausgewertet.

Nicht überall Trinkwasserstandards
Anlässlich der ersten Lesung des Entwurfs der EU-Grundwasserrichtlinie, die eine flächendeckende Ausdehnung der strengen Trinkwasserstandards vorsieht, sieht der Deutsche Bauernverband (DBV) die Hauptlast auf die Schultern der Landwirtschaft gelegt. ?Trinkwasserwerte für Pflanzenschutzmittel und Nitrat (sollen weiterhin) nur dort gelten, wo Trinkwasser gewonnen wird?, so Bauerpräsident Gerd Sonnleitner. Trinkwassergrenzwerte sind Vorsorgewerte und keine Gefahrenwerte. Er fordert maßvolle und umsetzbare Vorgaben. Zu strenge Richtlinien könnten zu Wettbewerbsverzerrungen führen.

Die WHO-Trinkwasserrichtlinie kann unter www.who.int/water_sanitation_health/advocdocs/en/ eingesehen werden. Einen Bericht über die erste Wasserkonferenz an der TU Berlin finden sie auf Herd-und-Hof.de vom 10.02.2005.

VLE

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