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Werbung forciert Adipositas

Ernährung

WHO kritisiert lasche Werbevorschriften gegen Adipositas

Adipositas im Kindesalter bringt die Weltgesundheitsorganisation WHO in Zusammenhang mit laschen Vorschriften bei der Lebensmittelwerbung. Vor allem Kinderlebensmittel weisen zu hohe Anteile an gesättigten Fettsäuren, Transfettsäuren, freiem Zucker und Salz auf. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der WHO hervor.

Im Gegensatz zu Erwachsenen können Kinder in den entsprechenden TV-Programmen nicht zwischen Werbung und Zeichentrick unterscheiden. Daher sind sie den Aussagen in den Werbespots aufgeschlossen und anfällig für Botschaften, die zu gesundheits-schädlichen Entscheidungen führen. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regional-direktorin für Europa: „Millionen von Kindern in allen Teilen der Europäischen Region sind inakzeptablen Werbepraktiken ausgesetzt. Die Politik hat Nachholbedarf und muss sich der Realität der Adipositas bei Kindern im 21. Jahrhundert stellen. Kinder sind heute von Werbebotschaften umgeben, in denen sie zum Konsum von Lebensmitteln mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt gedrängt werden, selbst wenn sie sich an Orten befinden, an denen sie davor geschützt sein sollten, etwa in Schulen oder in Sporteinrichtungen.“

Die WHO richtet ihre Kritik gezielt an die Lebensmittelindustrie, die mit Vermarktungspraktiken in den sozialen Medien und mit bestimmter Smartphone-Apps Kinder ansprechen. Kinder, die mehr als zwei Stunden am Tag fernsehen, sind auch durch die Fernsehwerbung negativ beeinflusst. In ganz Europa. Für die WHO gibt es mittlerweile deutliche Verknüpfungen zwischen Fernsehkonsum und Adipositas bei Kindern. Dabei zeigt sich, dass die Markenkennung besonders tiefgreifend ist. Kinder, die im Alter von vier Jahren schon mehrere Marken erkennen, tragen ein höheres Risiko für eine ungesunde Lebensweise und Übergewicht. Schon bereits übergewichtige Kinder reagieren auf Marken mit einer weiteren Steigerung des Konsums.

Bislang gibt es nur in Dänemark, Frankreich, Norwegen, Slowenien, Spanien und Schweden ordnungspolitische Vorgaben wie Rechtsvorschriften und Selbstregulierungen bei Lebensmittelwerbung für Kinder. Die europäischen Gesundheitsminister wollen Anfang Juli in Wien eine europaweite Anpassung der Rechtslage erörtern.

Lesestoff:

Den Bericht finden Sie unter www.euro.who.int/marketing-foods-high-in-fat-salt-sugar-to-children

roRo

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