WHO-Konferenz in Wien

Ernährung

Ernährung und nicht übertragbare Krankheiten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hielt Ende der letzten Woche eine zweitägige Konferenz mit 25 Gesundheitsministern zum Thema Ernährung und nicht übertragbare Krankheiten ab. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass in der Europäischen Region der WHO mehr als 50 Prozent der Menschen übergewichtig oder adipös sind. Die Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs durch Übergewicht verursachen 77 Prozent der Krankheitslast.

Die Bestandsaufnahme ist dramatisch

60 Prozent der Kinder, die vor der Pubertät übergewichtig sind, sind es auch noch als junge Erwachsene. Adipositas macht in manchen Ländern zwei bis sieben Prozent der Gesundheitskosten aus und verursacht durch Produktivitätsausfall zusätzliche indirekte Kosten. Im Westen der Europäischen Union sind Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen eher adipös. Und ohne ein direktes Gegensteuern wird die Prävalenz des Übergewichtes bis 2030 in einigen Länden 90 Prozent erreichen.
Chronische, nicht übertragbare Krankheiten rangieren heute noch vor Infektionserkrankungen als Ursache für Morbidität und Mortalität, so die WHO in ihrem Schlusspapier. Es bedarf ein abgestimmtes Handeln gegen schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung.

Neue Strategie

In einer neuen Strategie sollen Einschränkungen der Vermarktung von stark fett-, zucker- und salzhaltigen Lebensmitteln an Kinder geprüft werden. Die Lebensmitteindustrie soll zu einem Rollenwechsel vom Verursacher zu einem Problemlöser über eine Mischung aus Vorschriften und freiwilligen Verpflichtungen angestoßen werden. Dazu gehören eine innovative Etikettierung, Preisgestaltung und veränderte Rezepturen. Die WHO hat auch kürzere Lieferketten gegen Übergewicht angeführt.

Lesestoff:

Erst vor drei Wochen hat die WHO eine Studie über lasche Webevorschriften von Lebensmitteln bei Kindern vorgestellt:

roRo

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