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Witzigmann kritisiert TV-Kochshows

Ernährung

TV-Auftritte als Währung für Köche

„Mit der Arbeit am Herd wird niemand reich – der Spruch viel Arbeit und wenig Brot“ könnte für unsere Zunft erfunden sein“, führt Eckard Witzigmann gegenüber dem morgen erscheinenden Wirtschaftsmagazin „impulse“ aus. Ohne Prominenz und Merchandising-Erlöse aus TV-Auftritten würden viele Köche wirtschaftlich nicht über die Runden kommen. Die Masse an Köche, die sich jeden Abend am eigenen Herd die Seele aus dem Leib kocht, würde von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen.
Gegenüber dem Magazin verglich Witzigmann das Geschäft der Köche mit Kabarettisten. Erst wenn sie sich über TV-Auftritte mediale Präsenz verschafften, strömten die Massen und ließen den Wohlstand ausbrechen. Heutzutage werde die Klasse eines Kochs in einer anderen Währung gemessen: An Fernsehauftritten, Event-Shows und Partnerschaften mit Nahrungsmittel- und Küchenherstellern. „Jeder der es schafft, heiß und kalt zu unterscheiden, gilt sofort als Star“, so Witzigmann.

Koch-Shows ohne Wirkung
Die ganze Hype um die Koch-Shows habe nach Witzigmann aber „einen entscheidenden Pferdefuss. Noch nie wurde in den Medien so viel über Ernährung, Kochen und frische Produkte schwadroniert, und noch nie wurden so viel Tiefkühlkost und Fertigprodukte gekauft.“ Kochen verkomme, so Witzigmann, „zu einer Durchgangsmode ohne jede Nachhaltigkeit.“

roRo

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