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Zum Welternährungstag

Ernährung

Zum Welternährungstag

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat den Welternährungstag 1979 zum ersten Mal ausgerufen, um an die Probleme einer ausreichenden Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser in vielen Ländern und Regionen zu erinnern. 1981 wurde der Gedenktag auf den Jahrestag zur Gründung der FAO, den 16. Oktober 1945, gelegt.

Forschung

Die Consultative Group on International Agriculture and Research (CGIAR) begann 1971 mit vier Forschungszentren und 18 Mitgliedern und hat sich zu einer weltumspannenden Forschungsplattform für die Landwirtschaft entwickelt. Jetzt ging unter der Führung des Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) eine neue Internetplattform online, die Landwirtschaft in den Zusammenhang mit Ernährung und Gesundheit stellt (Agriculture for Nutrition and Health; A4NH). Dort werden alle Programme vorgestellt, die sich in diesem Zusammenhang mit der Verbesserung der Welternährung bemühen. John McDermott, einer der Leiter des A4NH hofft, dass die Plattform Anderen wichtige Informationen für die eigene Arbeit zur Verfügung stellt. Die Plattform will den Wandel in der Ausrichtung der Landwirtschaft beschreiben. Früher diente die Landwirtschaft der Bereitstellung von ausreichenden und günstigen Rohstoffen für die kalorische Nachfrage. Heute sollen Nahrungsmittel auch den Nährstoffbedürfnissen entsprechen. Die Forschung steht auf vier Beinen: Wertschöpfungsketten einer verbesserten Nahrungsversorgung, Nährstoffanreicherung sowie integrierte Programme und Politiken.
So gilt Fleisch unter unhygienischen Bedingungen als einer der wichtigsten Überträger von lebensmittelbedingten Krankheiten. Im August 2012 fand in Kampala in Uganda ein Workshop für Schweinehalter statt, der für die Kooperative Wambizzi, die seit 1971 Ferkel produziert, die Schlachthofhygiene verbessern will. Seit die Regierung ihre Unterstützungen des Schweinemarktes eingestellt hat, haben sich informelle Schlachthöfe und Kleinstunternehmen gegründet, die den Markterfordernissen nicht gerecht werden. Es gibt keine gemeinsame Regelung über die hygienischen Bedingungen in dieser Region, die auch noch regelmäßig überschwemmt wird. Die Ergebnisse sollen zu mehr Kühlräumen, schnellerer Verarbeitung und stärkeren Kontrollen führen [1].

Lebensmittelverluste vermindern

Forscher um den Agrarexperten Matti Kummu an der finnischen Aalto Universität haben erstmals berechnet, wie viele Menschen zusätzlich ernährt werden könnten, wenn die Lebensmittelverluste auf ihr regionales Minimum eingeschränkt werden könnten. Eine Reduzierung der Ernte- und Nachernteverluste um die Hälfte würde alleine eine Milliarde Menschen mehr satt machen.
Jährlich gehen Nahrungsmittel pro Kopf verloren, für die 27 Kubikmeter Wasser, 0,031 Hektar Land und 4,3 Kilogramm Pflanzenschutzmittel aufgebracht worden sind. Matti Kummu hat berechnet, dass über den Verlust an Lebensmitteln jedem einzelnen Menschen 614 Kilokalorien verloren gehen. Das ist ungefähr ein Viertel, was den Menschen in Afrika südlich der Sahara zur Verfügung steht [2].


Landwirtschaft verbraucht 80 Prozent der Frischwasserressourcen; Foto: Aalto University

Fleisch

Misereor hat zum Welternährungstag aufgefordert, den Fleischkonsum „kritisch zu überdenken und ganz bewusst weniger Fleisch zu essen.“ Das Konsumverhalten der Europäer gehe auf Kosten der Umwelt und anderer Menschen: „Die Massenproduktion von Schweinefleisch zu Billigpreisen hier bei uns hat dramatische Auswirkungen für Menschen in den Südkontinenten. Insbesondere die Heranzucht von Schweinen basiert auf importiertem Soja. Die Flächen, die wir im Süden für den Sojaanbau nutzen, führen zur Verdrängung bäuerlicher Familien“, erläutert Bischof Werner Thissen.
Entspannung sieht Bischof Thissen nicht. Bis 2050 wird sich der Fleischkonsum weltweit verdoppeln, aber weiterhin werden mehr als 100 Kilogramm pro Jahr und Kopf in den Industrieländern verzehrt. „Wenn wir bewusst ein oder zweimal die Woche auf Fleisch verzichten und uns nach Möglichkeit mit regional produzierten Produkten versorgen, unterstützen wir hier bei uns eine bäuerliche, nachhaltige Landwirtschaft. „Gleichzeitig bekämen die Hungernden eine größere Überlebenschance.

Agrarstruktur

Maria Heubuch, Milchbäuerin aus dem Allgäu und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) kritisiert die europäischen Agrarexporte, die verbilligt die heimischen Märkte im Süden stören. Für die europäischen Bauern spiegele sich das in sinkenden Erzeugerpreisen wider, denn die Exportorientierung zwinge die Bauern zu einer Produktion auf Preisniveau des Weltmarktes. Das reduziere die Produktionsstandards hierzulande: „Als Bäuerinnen und teilweise Direktvermarkterin wissen wir, dass die Verbraucher gesunde und qualitative Lebensmittel wünschen „, ergänzt Dr. Beate Arman vom LandFrauenverband Württemberg-Baden: „Die Aspekte einer Umwelt- und Ressourcen schonenden Produktion sowie einer artgerechten Tierhaltung werden dabei immer wichtiger“.

Das Agrar- und Ernährungsgewerbe hat sich mittlerweile global aufgestellt. Das „Jahrbuch Recht auf Nahrung 2012“ der Menschenrechtorganisation FIAN und Brot für die Welt hat sich daher der Privatwirtschaft gewidmet und ihren Anteil an der globalen Hunger- und Armutsbekämpfung aufgezeigt. In der Kritik stehen die von der Industrie mit Nährstoffen angereicherten Produkte, die anstelle regionaler Nahrungsmittel favorisiert werden. So verfolge auch die G8-Initiative zur Ernährungssicherung in Afrika die Interessen der großen Konzerne, indem die Märkte für die Saatgut-, Agrar- und Finanzindustrie geöffnet werden. Beide Organisationen fordern ein strengeres Reglement für ausländische Direktinvestitionen.

Tanruang Boonjira, Hauptgeschäftsführerin der thailändischen Kooperative Green Net besuchte zusammen mit der Reisbäuerin Moungmun Chuthima in den letzten Wochen verschiedene Veranstaltungen in Deutschland. Unter anderem das Zentral-Landwirtschaftsfest in München. Sie zeigten die Vorteile bei der Umstellung auf den ökologischen Landbau auf: „Der Umstieg auf den Öko-Landbau hat die Bodenstruktur und damit die Ertragssicherheit der Reisfelder verbessert und eine gesundheitliche Verbesserung für die Familie gebracht“, erläuterte Moungmun Chuthima. Green Net ist Partner der Initiative „Öko + Fair ernährt mehr!“ vom Anbauverband Naturland und dem Weltladen-Dachverband. Bei Green Net sind mehr als 1.200 Bauern zusammengeschlossen und erzeugen Reis und Kokosprodukte, die auch in deutschen Weltläden zu kaufen sind. Die Kleinbauern sind der Schlüssel für die Armutsüberwindung. 85 Prozent der 525 Millionen Bauernhöfe weltweit umfassen weniger als zwei Hektar Land.


Karin Heinrich (LVOE), Agnes Bergmeister (Koordinatorin der Kampagne „Oeko + Fair ernaehrt mehr!“ bei Naturland), Tanruang Boonjira und Moungmun Chuthima (Green Net); Foto: Naturland

Ihnen steht meist schlechtes und unbewässertes Land zur Verfügung. Oft reichen verbesserte Anbaumethoden und einfache Technologien, fundierte Kenntnisse, Saatgut und kooperatives Handeln für eine deutliche Verbesserung der eigenen Situation aus. Die Kleinbauern können damit ihre Produktion oftmals um 100 Prozent steigern.

EU-Konzept für Resilienz

Anfang des Monats haben EU-Kommissar für Entwicklung Andris Piebalgs und Kristalina Georgieva, Kommissarin für Internationale Zusammenarbeit eine neue Strategie zur Bekämpfung von Hunger und Armut vorgestellt. Gerade fragile Länder erleiden tiefe ökonomische und ökologische Schocks durch Naturkatastrophen, Ernährungskrisen oder wirtschaftliche Erschütterungen. „Wir müssen unser Handeln darauf konzentrieren, die tieferen Ursachen der wiederkehrenden Krisen zu bekämpfen und nicht nur deren Folgen zu beseitigen“, erklärte Piebalgs. Hintergrund ist die Strategie für mehr Resilienz. Der Begriff umschreibt die Fähigkeit, auf Notsituationen zu reagieren und wieder zurück in eine Balance zu finden. Im engeren Sinne besteht Resilienz aus zwei Phasen: Einmal dem eigentlichen „Widerstehen“ einer Notsituation und zum anderen der Erholungsphase nach einer Notsituation.
So unterstütz die EU in Palboa, einem kleinen Ort 300 Kilometer von Ouagadougou in Burkina Faso, die Hilfe der „Action Contre la Faim“. Gegen Bargeld erbauen 1.200 Einwohner Dammanlagen für spätere Reisfelder im Regenfeldbau. Zwischen den Bewässerungsanalagen wird so viel Regenwasser gesammelt, dass es auch für die nächste Ernte zur Verfügung steht. Über zwei Monate hinweg hat jeder Arbeiter rund 90 Euro Verdienst erhalten, was ungefähr dem Gegenwert von 100 Säcken Sorghum entspricht. Von dem Projekt profitieren etwa 7.000 Menschen.

Bayern und die FAO wollen künftig stärker zusammenarbeiten. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und FAO-Generalsekretär Alexander Müller haben eine entsprechende Kooperation vereinbart. Die FAO wird ein von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft entwickeltes Programm zur Erfassung, Verrechnung und Planung agrarnomischer Daten nutzen können. Damit soll weltweit nach einheitlichem Maßstab die Rentabilität der landwirtschaftlichen Produktion abgebildet werden. Im Gegenzug erhofft sich Bayern noch aktuellere Informationen über die Auswirkungen von Wetterextremen in anderen Erdteilen auf Preise und Ernten. Da die Märkte international verzahnt sind, wirken sich solche Ereignisse bis auf die bayerischen Märkte.

Generell kann sich die FAO auf die EU verlassen. Das wurde Anfang Oktober deutlich als FAO-Generaldirektor Graciano da Silva mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs und EU-Agrarkommissar und EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos zusammentraf. Die EU ist mit einer Milliarde Euro Entwicklungshilfe gegen Hunger und Armut im Jahr mit Abstand der größte Geldgeber der Welt. Die EU hat seit 2007 auch mit über 580 Millionen Euro mehr als andere an die FAO überwiesen. Die FAO lobt die EU für die Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe, für die G8-Initiative der Ernährungssicherheit in Afrika, die in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Menschen aus der Armut befreien will. Im Rahmen der „Neuen Allianz“ werden mehr als eine Milliarde US-Dollar in sechs Pilotländer fließen und die EU ist mit einem Anteil von 125 Millionen US-Dollar beteiligt.

Pflanzenzüchtung

Der Pflanzenzüchtung kommt eine zentrale Stellung zu. „Auch für den Pflanzenbau in klimatisch weniger begünstigten Regionen müssen geeignete Sorten und entsprechend qualitativ hochwertiges Saat- und Pflanzgut hergestellt werden“, unterstreicht Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer im Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) zum Welternährungstag. Entweder können vorhandene Sorten an Trockengebiete oder salzhaltige Böden angepasst oder neue Kulturpflanzenarten eingeführt werden. Rund 30 Prozent des Ertragsfortschritts bei Weizen ist auf die Züchtungsarbeit zurückzuführen. Die Sicherung der Welternährung führt auch über die Kartoffel: Hier konnte die Pflanzenzüchtung in den 1930er Jahren einen Durchbruch gegen den Kartoffelkrebs erzielen und in den 1970er Jahren wurden die ersten gegen Nematoden resistenten Sorten entwickelt. Neue Aufgaben liegen in der Trockenstresstoleranz und der Steigerung der Wassereffizienz.
Die Pflanzenzüchter sind nicht mehr nur auf das quantitative und langwierige Ausprobieren angewiesen. Moderne Genomanalysen ermöglichen es heute, Ertrag, Nährwert, Qualität und Krankheitsresistenz gezielt zu verbessern. Dennoch dauert es inklusive Prüfverfahren zehn bis 15 Jahre, bis eine Sorte zugelassen wird.

Investitionen

Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) forderte auf dem 9. Ernährungssymposium der Heinz Lohmann Stiftung mehr Investitionen in die Landwirtschaft. Der Agrarbereich wurde in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt, sodass ein großer Investitionsbedarf entstanden ist. Gebraucht werden innovative Anbaumethoden innerhalb der vorhandenen Ressourcen, sowie verbessertes und standortangepasstes Saatgut. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft seien hier gemeinsam gefordert.

Die FAO rechnet mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 83 Milliarden Euro pro Jahr, um Lagereinrichtungen, Marktentwicklungen und Ausbildung und Forschung fit zu machen. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner: „Ohne erhebliche Investitionen in die Landwirtschaft und den ländlichen Raum vor Ort werden wir den Kampf gegen den Hunger nicht gewinnen können.“ Das gehe nicht ohne private Investitionen, die jedoch „faire Spielregeln“ bräuchten. „Die ländliche Bevölkerung vor Ort darf nicht der Verlierer sein, sondern soll von Investitionen in die Landwirtschaft profitieren.“ Der Welternährungsausschuss beginnt eine öffentliche Konsultation, wie Kleinbauern fair in Wertschöpfungsketten eingebunden werden können. Aigner hofft auf ein Ergebnis, das die FAO mit den Leitlinien zur Bodennutzungsrechten in diesem Jahr bereits vorgelegt hat.

Zu viel Privatwirtschaft?

Für Sascha Raabe, Sprecher der entwicklungspolitischen Arbeitsgruppe der SPD, sind die privatwirtschaftlichen Engagements der deutschen Entwicklungshilfe zu viel. Die Privatwirtschaft fokussiere sich auf „die Zusammenarbeit mit den Mitteleinkommensländern“ und habe „die Ärmsten der Armen vor allem in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara aus dem Blick verloren.“ Das BMZ müsse sich wieder stärker auf die Länder konzentrieren, „die unsere Unterstützung am meisten brauchen.“

Die tägliche Hilfe

Die Berliner Verbraucherinitiative erinnert die Konsumenten daran, dass sie beim täglichen Einkauf etwas für eine gerechtere Welt tun können. Produkte des fairen Handels sorgen bei den Erzeugern für stabile Marktpreise. Sie können ihre vorfinanzieren, langfristige Handelsbeziehungen aufbauen und ihre Haushalte selbst finanzieren. Inzwischen gibt es neben den traditionellen Handelsprodukten Kaffee und Tee auch Säfte, Obst, Gemüse, Honig, Textilien und Fußbälle.

Koppelproduktion

Der Verband der Ölsaatenindustrie (OVID) unterstreicht zum Welternährungstag, dass die Produktion von Bioenergie auch Futtermittel erzeugt. Das werde in der Diskussion „Teller oder Tank“ oft vergessen. Nur ein kleiner Teil der Rapspflanze wird für die Ölproduktion genutzt. Das gewonnene Ölschrot (60 Prozent) wird als proteinhaltiges Futtermittel verwendet und über Milch, Eier und Käse zu einem Lebensmittel veredelt. Damit stehe Biodiesel nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Rapsschrot ist neben Soja das wichtigste Eiweißfuttermittel. Vor dem Ausbau der Bioenergie fielen im Jahr 2000 in Deutschland lediglich 460.000 Tonnen Rapsschrot an, in diesem Jahr sind es bereits 2,8 Millionen Tonnen. Das entspricht etwa 995.000 Tonnen Rohprotein, für die 2,2 Millionen Tonnen Sojaschrot importiert werden müssten.

Sustainable Development Goals

Die EU-Entwicklungshilfeminister haben sich vor dem Welternährungstag schon auf die Zeit nach 2015 vorbereitet, wenn die Millenniumsentwicklungsziele auslaufen und eine neue Agenda fällig wird. Gleichzeitig bereiten die Vereinten Nationen die Formulierung von nachhaltigen Entwicklungszielen vor (Sustainable Development Goals). Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): „Beide Prozesse müssen in eine einheitliche globale Agenda nach 2015 münden, wenn sie erfolgreich sein sollen.“ Kopp fordert eine Agenda, die für Entwicklungsländer und Industrieländer gleichermaßen verpflichtend sind. Beispiele für einen erfolgreichen Übergang sieht Kopp in der Einbindung der osteuropäischen Staaten in die EU und in den Ländern des Arabischen Frühlings.

Feed the World 2050

Die herkömmlichen Formen der Landwirtschaft haben sich nach Ansicht des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) als unzureichend für neun Milliarden Menschen erwiesen. Zu schwer wiegen die bekannten Folgen wie Mangel- und Fehlernährung, die unkontrollierten Schadstoffeinträge in Böden und Gewässer oder die mitunter gewaltsam ausgetragenen Konflikte um fruchtbares Land. Urbanisierungsprozesse, sich verändernde Lebensstile und der wachsende Druck auf die Ökosysteme verschärfen die Situation. Daher stellt das ISOE am 18. Oktober die Frage „Wie ernährt man neun Milliarden Menschen nachhaltig“ in einer öffentlichen Diskussion in der Goethe-Universität, AFE-Turm, Raum 2702, Robert-Mayer-Straße 5 in 60054 Frankfurt-Bockenheim. Ziel ist die Entwicklung von Kleinbauern, damit sie ein ausreichendes Einkommen aus ihrer Arbeit schöpfen können.

Komplexer Ansatz

Thilo Hoppe, Sprecher für Welternährung bei Bündnis 90/Die Grünen, fasst zusammen: Die Ursachen für Hunger und Armut sind komplex „Klimawandel und Bodendegradation, Ankauf oder Verpachtung großer Landflächen, bewaffnete Konflikte, die Marktmacht transnationaler Konzerne im Agrarsektor, ein stetig wachsender Fleischkonsum und Energieverbrauch, steigende Nahrungsmittelpreise und schwache und inexistente soziale Sicherungssysteme. Dementsprechend bedarf es einer umfassenden Politikstrategie zur Überwindung des Hungers.“

Lesestoff:

[1] www.a4nh.cgiar.org

[2] Kummu M. et al: Lost food, wasted resources: Global food supply chain losses and their impacts on freshwater, cropland, and fertiliser use; Science of the Total Environment Volume 438, 1 November 2012, Pages 477–489

Die FAO hat bereits in der letzten Woche ihren Welternährungsbericht vorgelegt

Die Welthungerhilfe hat den Welthunger-Index 2012 vorgestellt

Roland Krieg

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