Zutatenliste: Klein und kontrastarm

Ernährung

VZ NRW kritisiert erneut die Lesbarkeit der Zutatenliste

Schon vor eineinhalb Jahren hat die Verbraucherzentrale aus Nordrhein-Westfalen die Zutatenliste bei Süßwaren kritisiert: Schrift und Hintergrund sind kontrastarm, die Packung ist verknittert und die Schrift zu klein. Jetzt haben sich die Verbraucherschützer die Weihnachtssüßwaren angeschaut – und kommen zum gleichen Ergebnis.

50 Artikel im Vergleich
Verbraucher mit normaler Sehkraft finden nach Analyse oft die Hinweise nicht auf den Verpackungen. Das Fazit von Vorstand Klaus Müller nach 50 untersuchten Verpackungen: „Die gesetzlichen Vorgaben sind nicht verbraucherfreundlich umgesetzt.“
Geprüft wurden verpackte Dominosteine, Spekulatius, Lebkuchen, Marzipan, Mandeln in süßem Mantel und Fruchtgummis in Christmas-Style – in Verpackungsgrößen zwischen 50 und 500 Gramm. Markenartikel von Haribo, Lambertz, Lindt, Niederegger oder Zentis konnten dem Blick der Verbraucherschützer ebenso wenig standhalten wie No-Name-Produkte. Mehrere Kritikpunkte sprangen den Verbraucherschützern bei 31 Verpackungen gleich doppelt ins Auge: Bei zwei Drittel der Weihnachts-Leckerli ließ sich die kleine Schrift auf Anhieb nicht lesen, die im Extremfall weniger als 1,5 Millimeter betrug. Bei knapp der Hälfte erschwerte der geringe Farbkontrast zwischen Schrift und Hintergrund das Entziffern. Ebenfalls bei fast jedem zweiten Produkt quetschten sich die Zutaten eng unterm Verschluss oder versteckten sich unter einer Verpackungsnaht. Und auf acht Packungen neutralisierten sich die deutschen Angaben inmitten einer Vielfalt von bis zu 22 Sprachen.
Dabei müssen bei verarbeiteten Lebensmitteln sämtliche Zutaten an gut sichtbarer stelle, in deutscher Sprache, gut lesbar und leicht verständlich angebracht sein. Nur dann finden beispielsweise Allergiker alle gesundheitsrelevanten Angaben auf der Verpackung.

Barrierefrei und 3 Millimeter
Klaus Müller appellierte an de EU, barrierefreie Zutatenliste umzusetzen. Die Schriftgröße sollte mindestens drei Millimeter betragen.
Vor kurzem haben sich die Verbraucherschutzminister der EU jedoch darauf geeinigt, die Mindestgröße auf 1,5 Millimeter zu setzen. Gefragt ist hier nach Ansicht der Verbraucherzentrale auch die Lebensmittelindustrie, die Produktinformationen freiwillig lesbarer gestaltet.

Lesestoff:
Negative Produktbeispiele hat die VZ NRW auf ihrer Internetseite gesammelt: www.vz-nrw.de/UNIQ129235029320043/lesbarkeit-weihnachten

VZ NRW / roRo; Foto: VZ NRW

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