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Afrikanische Schweinepest in Vietnam

Handel

Vietnam sucht Schweinefleisch

Das für Wild- und Hausschweine tödliche, aber für Menschen ungefährliche Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wurde in Vietnam Anfang 2019 erstmals festgestellt. Bis Ende des Jahres hat das Virus, gegen das es weder Medikamente noch einen Impfstoff gibt, in allen 63 Provinzen ausgebreitet. Zur Eindämmung der Krankheit wurden 5,9 Millionen Schweine gekeult, was etwa 23 Prozent der nationalen Schweineherde entspricht. Die Zahl der Sauen ist in dem südostasiatischen Land um 35 bis 45 Prozent zurückgegangen und umfasst aktuell rund 2,7 Millionen Tiere. Die Preise für Zuchtsauen haben sich beinahe verdreifacht.

Die Ausbreitung der ASP wurde nicht nur durch die unkontrollierte Hinterhofhaltung, sondern auch durch das zu frühe Einstallen von neuen Tieren in befallenen Großbetrieben vorangetrieben. Die Verbreitung des Virus über Fleisch gilt ebenfalls als Dauerproblem.

In diesem Jahr gibt es eine Beruhigung im Krankheitsgeschehen. 44 Provinzen haben in den letzten 30 Tagen keine neuen ASP-Fälle mehr gezeigt, teilt das Landwirtschaftsministerium mit. Lediglich 24 Ausbrüche mit dem Keulen von 20.177 Schweinen wurden berichtet. Seit Januar sinken die Fallzahlen monatlich.

Wie in China ist die Geflügelfleischerzeugung in Vietnam angezogen. Die Zahl des Geflügels stieg von 2018 zu 2019 von 409 auf 467 Millionen. Die Fleischproduktion stieg um mehr als 16 Prozent. Doch hielt der Konsum nicht mit und derzeit sind die Geflügelpreise im freien Fall. Im Gegensatz zu China hat in Vietnam der Austausch von Schweine- durch Geflügelfleisch nicht mitgehalten. Seit Januar arbeitet Vietnam an einem Sanitärprotokoll für den Import von Lebendschweinen aus Laos und Kambodscha. Russische Schweinefleischproduzenten wurden direkt angesprochen, mehr Fleisch nach Vietnam zu liefern. 3.500 Tonnen sind bereits unterwegs. Für die vietnamesische Regierung ist der Import von Schweinefleisch eine Möglichkeit, die Preise für Verbraucher stabil zu halten. Als Herkunft sind auch Exporteure aus den USA, Brasilien und Deutschland als Ergänzung zu Russland im Gespräch. Dem Land fehlen rund 100.000 Tonnen für die Selbstversorgung vor Ausbruch der ASP.

Der Ausbruch von SARS-CoV-2 hat den Zielen Hanois einen herben Dämpfer verpasst.

Roland Krieg / VLE

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