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Aldi und Lidl profitieren von Brexit

Handel

Traditioneller UK-LEH verliert weiter

Auch im Vereinten Königreich ist das Weihnachtsgeschäft die „goldene Zeit“ mit dem höchsten Umsatz. In den drei Monaten bis zum 29. Dezember wurde tatsächlich mit 29,3 Milliarden Pfund ein Rekordumsatz erzielt. Aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag das Plus nach Analyse der britischen Marktforscher von Kantar Worldpanel bei lediglich 0,2 Prozent. Seit 2015 zeigte das Weihnachtsgeschäft das niedrigste Umsatzplus.

Für den Marktanalyst Fraser McKevitt von Kantar schauen die Briten nach wie vor genau auf ihre Geldbörse. Die Parlamentswahlen im Dezember haben keine zusätzliche Kauffreude ausgelöst. Der traditionelle Weihnachtspudding musste sogar ein Minus von 16 Prozent verzeichnen, der Verkauf von Weihnachtskeksen ging um elf Prozent zurück. Beim Truthahn wurde der ganze Vogel durch preiswertere Teilstücke ersetzt: Minus ein Prozent Umsatz. Ausgetauscht wurden auch die Getränke in der Weihnachtsbar: Sekt (minus acht Prozent) gegen Bier und Wein (ein und zwei Prozent Umsatzplus). Im britischen Durchschnitt haben die Konsumenten pro Kopf acht Pfund weniger als im Vorjahr ausgegeben. Der Weihnachtsbon betrug 1.055 Pfund.

Der britische LEH weist in den letzten drei Monaten gegenüber dem Vorjahr durchweg rote Zahlen auf. Der Umsatz ging von 0,7 Prozent bei Sainsbury´s bis zu 2,9 Prozent bei Morrison zurück. Aldi und Lidl wachsen weiter. Aldi mit einem Marktanteil von mittlerweile 7,8 Prozent konnte ein Plus von 5,9 Prozent verzeichnen, Lidl bei einem Marktanteil von 5,9 Prozent wuchs sogar um 10,3 Prozent. Zusammen haben die deutschen Discounter ihren Marktanteil seit 2009 verdreifacht. Lidls Wachstum resultiert aus der Listung von britischen Marken, Aldi hat sein bestes Weihnachtsgeschäft auf der Insel hingelegt. Aldi punktet mit Eigenmarken und hat mit „Kevin the Carrot“ eine eigene Gemüsewerbung geschaltet. Gegenüber 2018 hat Aldi zu Weihnachten 2.498 Tonnen und damit 44 Prozent Karotten mehr verkauft.

Bemerkenswert ist auch „Ocado“. Der Online-Händler für Lebensmittel hat zwar nur einen Marktanteil von 1,6 Prozent, hat aber mit 389 Millionen Pfund und einem Plus von 12,5 Prozent das größte Wachstum zum Jahresende gemeistert.

Roland Krieg

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