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Altmühltaler Lammauftrieb

Handel

Spezialität Altmühltaler Lamm

Manchmal bietet die Altmühl weite flache Flächen mit herrlichen Wanderwegen, manchmal wandelt man auf schmalen Tippelpfaden an schroffen Jurakalkfelsen entlang. Der Winter bietet schneebemützte Wacholderweiden und im Sommer zieht das Aroma von Thymian, Berggamander oder Habichtskraut in die Nase. Den Naturpark Altmühl kann man zu jeder Jahreszeit genießen – aber nur weil es die Hüteschäfer gibt. So ist das Projekt Altmühltaler Lamm eigentlich auch das „Projekt Altmühltaler Wanderlandschaft“. Diese Landschaft gibt es nicht umsonst, denn wenn die vierbeinigen Wollträger durch ihren Hunger nicht der Verbuschung Einhalt gebieten würden, verschwänden die Wiesentäler, die Wacholder-Steilhänge und manch unzugänglicher Waldrand unter wildem Grün.

Traditionelle Hütehaltung
Seit Generationen gehört die Herdenschafhaltung zum unverwechselbaren Gesicht des Altmühltals. Die Mager- und Trockenrasen als unverzichtbare Lebensräume für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten sind durch die Wanderschäferei entstanden. Fünf Monate im Jahr müssen die Schafe „auf den kräuterreichen Wiesen für zwei fressen“, damit sie gesunde Lämmer zur Welt bringen. Das ist oftmals im Winter, so dass auch die Lämmer im nächsten Jahr die Weiden brauchen. Bis dahin bekamen sie nur die nahrhafte Muttermilch. Nach sechs Monaten liefert es dann das zarte aromatisch-milde Fleisch, das in der Spezialitätenküche so gefragt ist. Am vergangenen Wochenende wurden vom Markt Mörnsheim bereits zum vierten Mal über 1.000 Schafe, Lämmer und Ziegen auf die Sommerwiesen aufgetrieben. Ein Schäfer- und Handwerkermarkt informierte nicht nur über das Regionalprodukt „Altmühltaler Lamm“, sondern auch über die bedeutenden Leistungen der Schaf- und Ziegenhaltung für die Landschaftspflege.
Bei der Eröffnung wies Staatsminister Josef Miller auf die etwa 300 Vollerwerbsschäfereien in Bayern hin, die knapp die Hälfte des bayrischen Schafbestandes von 450.000 Tieren halten. Damit ist Bayern das schafreichste Bundesland. Und eigentlich geht noch mehr, denn pro Kopf verbrauchen die Bayern nur 1,1 kg pro Jahr bei einem Selbstversorgungsgrad von lediglich 45 Prozent. Aber, die Schafhaltung ist alleine kaum wirtschaftlich. Das stellte Wolfram Güthler vom Deutschen Verband für Landschaftspflege in Berlin auf einer Tagung über die Finanzierung der Agrarpolitik fest. Und die Schäfer sind für ihre Tiere auch an den Wochenenden da.
So zeigte sich auch Miller am Wochenende besorgt über den geplanten Finanzrahmen der EU-Agrarpolitik und sicherte die Verteilung der Kürzung auf möglichst viele Schultern zu. So soll beispielsweise die ehemalige Schaffleischprämie in Form des betriebsindividuellen Beitrags bis 2009 erhalten bleiben, eine zusätzliche Prämie in Höhe von 88 € für jeden Hektar Grünland in Bayern und eine Prämie für die Erhaltung einheimischer gefährdeter Schafrassen gezahlt werden.
Hans Klein aus dem Referat Schaf- und Kleintierzucht und -haltung im Bayrischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten teilte Herd-und-Hof.de darüber hinaus noch mit, dass „zum jetzigen Zeitpunkt keine darüber hinaus gehenden Informationen zur künftigen Förderung im Rahmen des Vertragsnaturschutzes“ gegeben werden kann.
Die jeweilige Höhe und die Verteilung der Finanzen sind in allen Bundesländern noch offen, aber, so Hans Klein weiter, vor der endgültigen Festlegung hat der Landesverband Bayrischer Schafhalter noch die Möglichkeit seine Interessen gegenüber Josef Miller zu vertreten.

Vom Projekt zum Markenzeichen
Während des Auftriebes sagte Miller: „Nur wirtschaftlich gesicherte Betriebe mit entsprechenden Absatzmöglichkeiten für heimisches Lammfleisch sind in der Lage, langfristig die schützenswerte Flora der Trocken- und Magerrasen zu pflegen.“
Daher wurde bereits 1997 ein regionaler Vermarktungsverbund zwischen Produzenten, Verarbeitern und Anbietern geschaffen, dem heute 18 Schäfer, 29 Gastronomen und fünf Metzgereien angehören. Das Altmühltaler Lamm stellt einen engen Bezug zwischen Landschaftspflege, Tourismus und regionalen Wirtschaftskreisläufen her. Die wichtigste Triebfeder des Projektes ist die Rentabilität des Produktverkaufes, so das Bundesamt für Naturschutz in einer Analyse des Projektes. Die Hüteschäfer erhalten einen gerechten Abnahmepreis, die Gastronomen und Metzger erhalten höchste Qualität, bei der auch das Futtergetreide aus den Landkreisen des Projektgebietes stammen muss, und die Verbraucher erhalten darüber hinaus eine kulinarische Besonderheit.

Mehr Informationen:
www.altmuehltaler-lamm.de
www.altmuehltal.de/lamm.htm
Landschaftspflegeverein Kehlheim www.voef.de

VLE

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