Attraktivität der Innenstädte

Handel

HDE-Standort-Monitor der Innenstädte

Das erste Adventswochenende hat gezeigt, dass die Händler mit sinkender Besuchsfrequenz zu kämpfen hatten. Nach den Restriktionen während der Pandemie hat sich die Einkaufshäufigkeit in den Städten nur wenig erholt. Grundsätzlich ist das Thema alles andere als neu, denn Hilfe für die Innenstädte von kleinen und Großstädten versprechen alle Politiker. Doch teure Mieten, Leerstand und mangelndes Personal können die Einkaufsmöglichkeiten verleiden.

„Der Handelsstandort Innenstadt ist auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen. Egal ob für Fußgänger, Fahrradfahrer, den öffentlichen Nahverkehr oder Autofahrer – die Infrastruktur muss stimmen“, sagte Alexander von Preen am Samstag. Er ist Präsident des Handelsverband Deutschlands (HDE) und hat gerade den Standort-Monitor 2022 veröffentlicht. Innerstädtische Verkehrsmittel und auch der Fußweg nehmen zwar zu, aber 69 Prozent der Konsumenten kommen für den notwendigen noch immer mit dem Auto in die Innenstadt. Demgegenüber überwiegen beim Erlebnisorientierten Einkauf ohne Anlass, dem Bummeln in der Innenstadt, die umweltfreundlichen Alternativen.

Die Innenstädte müssen zahlreiche Zielkonflikte bewältigen. Autofahrer wollen geringe Parkgebühren und viele Stellplätze, auch Radler fordern mehr Stellplätze und beklagen sich über Behinderungen durch parkende Fahrzeuge, Fußgänger wollen grüne Innenstädte mit einer sauberen Umgebung. Der öffentliche Nahverkehr bekommt Vorrang, darf aber nicht zu viel kosten. Dabei kann jeder Quadratmeter nur einmal vergeben werden.

„Für lebendige Stadtzentren ist entscheidend, dass die Zentren für alle zugänglich sind, egal mit welchem Verkehrsmittel. Es darf nicht darum gehen, eine bestimmte Gruppe zu bevorzugen“, erläutert von Preen. Daher spricht sich der HDE gegen eine City-Maut aus, die als Verkehrssteuerung der falsche Weg sei. Es müsse einen „positiven Wettbewerb der Verkehrsmittel“ für den Besuch der Innenstadt geben.

Konsum vor dem zweiten Advent

Kurzfristig blickt der Handel zum Weihnachtsgeschäft auf einen Aufschwung vor dem zweiten Advent. Mehr Kunden haben die Innenstädte und Stadtteilzentren besucht. Mehr Händler zeigten sich gegenüber der Vorwoche nach Angaben des Handelsverband Deutschlands zufrieden. Getrieben wurde der Aufschwung durch den bevorstehenden Nikolaustag. Konsumenten suchten speziell nach kleinen Geschenken und Süßwaren für den Nikolausstiefel. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bekannte am Wochenende, dass für das Weihnachtsgeschäft „noch Luft nach oben“ ist. Angesichts der Inflation blicken die Händler eher pessimistisch auf die weitere Umsatzentwicklung. Die Konsumlaune ist durch die allgemeine Unsicherheit und wegen der hohen Energiepreise deutlich eingetrübt. Profitieren können derzeit nur die großen Handelsgeschäfte, auch bei Textilien, überdurchschnittlich als andere Händler. Der HDE geht weiterhin von einem realen Umsatzminus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.

Lesestoff:

www.einzelhandel.de

roRo

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