Auf Holz gebaut

Handel

Werkstoffe aus Holz

Früher war alles besser, heißt es. Schauspieler Thomas Thieme alias Gerhard Mühlfelder im letzten Finn Zehender – Krimi fügte noch hinzu: „… und aus Holz!“

Die Renaissance des Holzes

Da hat er recht. Als Konstruktionswerkstoff hat Holz im Maschinen- und Anlagenbau eine lange Tradition. Vor allem für Gestelle, führten Dr. Ronny Eckhardt und Dr. Sven Eichhorn von der TU Chemnitz auf der zurückliegenden naro.tech in Erfurt aus. Ihr Spezialgebiet ist die Anwendungstechnik Erneuerbarer Werkstoffe. Holz wurde allerdings schon vor langem von Stahl und später durch Aluminium verdrängt. Jetzt kehrt sich der Trend wieder um, weil Firmen auf Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz achten. Holz hat gute Schwingungs- und Geräuschdämpfungseigenschaften und ist resistenter gegen aggressive Umgebungsbedingungen. Die beiden Spezialisten arbeiten an der Umsetzung des Begriffes „Green Logistic Plant“ und erfassen Firmenbereiche, deren Produkte das gar nicht vermuten lassen.

Skidfördersystem

Nachwachsende Rohstoffe im Auto sind schon fast nichts Neues mehr. Dämmplatten aus Faserhanf gehören bereits zum guten Ton. Doch Bei VW wird auch der Golf mittlerweile „auf Holz gebaut“.

Rohbaukarossen werden auf so genannten Skids zwischen den einzelnen Bearbeitungs- und Montageschritten bewegt. Das sind Rollenbahneinheiten aus einem Stahlrahmen auf Metallkufen als Werkstückträger. Die Systeme werden aus dünnen Metallblechen gebaut. Sie müssen 850 Kilogramm tragen und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Meter pro Minute leisten. Die Chemnitzer Experten haben die Module mit fünf Tragrollen und einem Tragrahmen jetzt aus Holz gebaut. Genauer gesagt aus Schichtholzplatten. Verwendet wurde Birkenholz, das in 15 Lagen verarbeitet wurde.

WVC

Das Produkt heißt Holzfurnierlagen-verbundwerkstoff und wird international mit dem Begriff Wood Veneer Composite – WVC abgekürzt. Damit Volkswagen mit den Modulen auch wirklich arbeiten kann, kam den Verbindungen zwischen ihnen eine besondere Bedeutung zu. Die Anforderungen wurden gelöst, denn seit 2013 arbeitet die Rollenbahn unter Praxisbedingungen und dient der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe als gelungenes Beispiel für einen Forschungstransfer. Der Konzern ist auch zufrieden und hat weitere 75 Module bei dem ausgegründeten Forschungsinstitut mit angehängter Partnerfirma bestellt.

Lesestoff:

Der Abschlussbericht ist auf www.fnr.de im Menü Projekte & Förderung unter dem Förderkennzeichen 22021705 zu finden

www.holz-im-maschinenbau.de

Roland Krieg; Fotos: Volkswagen AG WOB (Dr. F. Drescher), Grafik: TU Chemnitz

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