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Ausländische Direktinvestitionen 2020 eingebrochen

Handel

Weniger Investitionen in Entwicklungsländer

Nach dem aktuellen Bericht über ausländische Direktinvestitionen der UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) ist das Volumen ausländischer Direktinvestitionen im vergangenen Jahr um 42 Prozent auf rund 859 Milliarden US-Dollar zusammengebrochen. Nach dem am Sonntag veröffentlichten Bericht liegt die Summe sogar noch 30 Prozent unter dem Niveau der Finanzkrise im Jahr 2009 und dem Niveau der späten 90er Jahre.

Auch Europa meldet kein frisches Kapital

Den stärksten Rückgang haben Entwicklungsländer mit 69 Prozent auf 229 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen. Nach Europa ist der Geldfluss nahezu vollständig zum Erliegen gekommen und konnte nur noch vier Milliarden US-Dollar verzeichnen. Einige Länder haben sogar einen Kapitalabfluss melden müssen. Nach Großbritannien sind keine Kapitalinvestitionen mehr geflossen. Die Vereinigten Staaten von Amerika mussten einen Rückgang von 47 Prozent auf 134 Milliarden US-Dollar hinnehmen.

„Gewinner“ sind Schwellenländer, die lediglich ein Minus von 12 Prozent auf 616 Milliarden US-Dollar verzeichneten. Mit einem Anteil von 72 Prozent an allen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) haben sie den bislang höchsten Anteil an Kapitalfluss erreicht.

Regional sind mit 37 Prozent die Verluste in Lateinamerika, mit 18 Prozent Afrika und lediglich mit vier Prozent in Asien zu verzeichnen.

China hingegen hat wirklich ein Plus, wenn auch nur von vier Prozent, erhalten, nach Indien sind 13 Prozentmehr Kapital vor allem in den digitalen Sektor geflossen.

Prognose 2021

Nach Einschätzung der UNCTAD bleiben die FDI für das Jahr 2021 schwach. Die Investitionen in grüne Bereiche sind 2020 um mehr als ein Drittel gefallen und eine Trendumkehr sei nicht in Sicht. Einen Aufwärtstrend im vierten Quartal 2020 gab es bei neuen Finanzprojekten, die allerdings die Dellen aus den ersten Monaten lediglich verkleinert haben. Als positiv stuft die UNCTAD in ihrem 38. FDI-Bericht internationale Infrastrukturprojekte ein, die in Entwicklungsländern speziell gefördert werden. Einen positiven Beitrag zum Kapitalfluss werden grenzüberschreitenden Fusionen in den  Bereichen Technologie und Pharmazie zugeschrieben.

Die mangelnde Bereitschaft in grüne Segmente der Entwicklungsländer zu investieren, bereitet den Ökonomen Sorgen. Das gefährde die Nachhaltigkeit von ökonomischen Strukturen

Risiken

Risiken für eine Steigerung der FDI liegen im Fortgang der Impfprogramme, ökonomischen Hilfspaketen, der Fragilität wichtiger Schwellenländer und den Konjunkturprognosen.

Roland Krieg.

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