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Bayern clustert

Handel

Gemüsewirtschaft rückt zusammen

Der bayrische Agrarbericht weist eine Freilandfläche für Gemüse von rund 13.000 Hektar aus, von der 40 Prozent in Niederbayern liegen. Das ist das größte Anbaugebiet Deutschlands für Gurken und Zwiebeln. Bayerns Staatsminister Josef Miller wies gestern auf zwei Veranstaltungen darauf hin, dass in den letzten Jahren die Fläche um rund 25 Prozent gestiegen ist und Bayern deswegen auch ein Gemüseland sei. Für Zwiebeln hat sich die Anbaufläche seit 1990 sogar vervierfacht.

Kulturen

Anbaufläche

2004 in ha

2005 in ha

2005 in %

Anbaufläche gesamt

12.641

13.013

100

Speisezwiebeln

1.956

1.775

13,6

Gurken

1.323

1.725

13,3

Weißkraut

1.129

1.546

11,9

Gelbe Rüben und Knollen

1.032

1.109

8,5

Blaukraut

485

404

3,1

Kopfsalat

522

516

4,0

Blumenkohl

419

344

2,6

Knollensellerie

384

266

2,0

Rote Rüben

333

258

2,0

Q: Agrarbericht Bayern 2006

Hinzu kommen noch einmal etwa 250 ha Gemüseanbau unter Glas. Mit Ausnahme eines kleinen Knick in 2004 weitet sich der Gemüseanbau im Freistaat immer weiter aus: 1984 waren es nur 6.400 Hektar.
In Landshut stellte der Landwirtschaftsminister die Gemüsewirtschaft im Cluster Ernährung vor und eröffnete nachmittags die Straubinger Gemüse-Vortragsreihe, die traditionell an vier aufeinander liegenden Montagen im Januar Fachvorträge zu gemüsebaulichen Themen anbietet.

„Allianz Bayern innovativ“
Mit diesem Stichwort verfolgt die bayrische Staatsregierung eine Wirtschaftspolitik, die mit Cluster Netzwerkplattformen und regionale Initiativen zusammen führen will. Drei Vorteile sollen die Cluster hervorbringen: Sie führen Wissen, Kapital und Menschen zusammen und stärken die Wertschöpfungskette, generieren Innovationen durch vertikale und horizontale Beziehungen und ergänzen die klassische Mittelstandspolitik.
Die Land- und Ernährungswirtschaft bekommt in Bayern mit dem Cluster Ernährung einen eigenen Schwerpunkt, denn, so Miller, mit 33 Milliarden Euro Umsatz steht der Agrarbereich nach dem Fahrzeug- und Maschinenbau an dritter Stelle. 500.000 Beschäftigte weisen Land- und Ernährungswirtschaft auf. Zusammen mit der Forst- und Holzwirtschaft gibt der Sektor jedem neunten Bayern Lohn und Brot.
Zusammenarbeit wird immer wichtiger. Wegen fehlender ausgebildeter Saisonarbeitskräfte beklagte Miller gestern, mussten im letzten Jahr rund 6.000 Tonnen Gurken hochwertiges Gemüse vernichtet werden. Landwirtschaftsminister Miller forderte gestern als erster im neuen Jahr, endlich Lösungen zu diesen Fragen zu finden. Das Resümee aus der letztjährigen Saisonarbeitskräfteregelung muss als vernichtend bezeichnet werden.
Zusammenarbeit im Cluster bringt die Marktteilnehmer in Position zur Konzentration des Lebensmitteleinzelhandels, und soll den Wettbewerbsdruck mindern. Letztlich gehe es auch um ein marktgerechtes Angebot für heimischen Markt – mit Qualitätsstandards.

GEO anerkannt
Ende des vergangenen Jahres wurde deutschlandweit die erste Erzeugerorganisation für Verarbeitungsgemüse im niederbayrischen Aholming im Landkreis Deggendorf offiziell anerkannt. Das ist Voraussetzung, um EU-Mittel zur Förderung von Investitionen und Maßnahmen zur Verbesserung der Vermarktung zu erhalten. GEO liefert nach Angaben des Bayrischen Staatsministeriums rund 80.000 Tonnen Verarbeitungsgemüse, davon überwiegend Einlegegurken für 20 Prozent der deutschen Sauerkonservenherstellung. Miller: „In einem globalisierten Markt können Erzeuger und Verarbeiter nur miteinander erfolgreich sein.“ Gestern fiel dann der offizielle Startschuss für die Gemüsewirtschaft im Cluster Ernährung. Die vier bisherigen Schwerpunkte sind die Milchwirtschaft, Fleischwirtschaft, Bier mit sonstigen Getränken sowie Pflanzlicher Erzeugnisse einschließlich Backwaren und Wein.
Diskussionen lieferte bislang in großem Stil die Milchwirtschaft, die mit der Bayern MeG, die sich als Vermarktungsorganisation mit über eine Million Tonnen Milch zwischen Erzeuger und Molkereien geschoben hat, der Abschaffung der Milchquote bereits jetzt schon Paroli zu bieten versucht. In Magdeburg wurde auf der Mitgliederversammlung 2006 des Deutschen Bauernverbandes jedoch deutlich, dass, bezogen auf den Milchmarkt, nur zukunftsfähige Betriebe gefördert werden sollten. Das sind aber auch die anerkannten Schwächen des (Gemüse)Clusters: „Schwache Positionierung der eher kleinstrukturierten Verarbeiter“ und „Verdrängungswettbewerb statt Kooperation“.
Alles über den Cluster finden Sie unter www.ernaehrungscluster.bayern.de

VLE

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