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Bierabsatz sinkt

Handel

Bier: Absatztief seit Wiedervereinigung

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am Donnerstag mitgeteilt, dass deutsche Brauereien und Bierverlage im ersten Halbjahr 49,3 Millionen Hektoliter abgesetzt haben. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 ist das ein Rückgang von 2,3 Millionen Hektoliter, rund 4,5 Prozent.
Seit 1991 eine gesamtdeutsche Bierstatistik eingeführt wurde, ist das der niedrigste Wert den das Amt ermittelt hat. Die Gründe sind zahlreich: Neben den Witterungsbedingungen gelten auch die aktuellen Bierpreiserhöhungen sowie das Rauchverbot in den Gaststätten als Ursache für den Rückgang. Allerdings sind alkoholfreie Biere, Malzgetränke und Biere aus Staaten außerhalb der EU nicht erfasst.

Wolfgang Burgard DBB500 Jahre Reinheitsgebot
Noch ist es eine Weile hin. Doch auf dem Deutschen Brauertag in Darmstadt, der im Juni diesen Jahres stattfand, nahmen die Brauer das Jahr 2016 bereits fest ins Visier. Sie wollen bis zu diesem Jubiläumsjahr „das Bierimage nachhaltig stärken“, hieß es. „2010 starten wir mit Schwerpunktthemen, um den Menschen im Land Genussdimension, Produktvielfalt und Tradition vor Augen zu führen“, kündete Wolfgang Burgard, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), an. Der Startschuss fällt auf der Grünen Woche 2010 und geht dann mit dem 23. April weiter, dem „Tag des Bieres“. Bis 2016 soll das gesamte Themenspektrum rund um das Bier aufgearbeitet sein. „Wir zeigen, dass Bier ein Stück nationaler Identität ist“, so Burgard.

Galten zuletzt Biermischgetränke noch als Boomsektor, so weist die aktuelle Statistik auch dort einen Rückgang auf. Der Konsum von Bier, gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften oder anderen alkoholfreien Zusätzen ist um 7,4 Prozent auf 2,1 Millionen Hektoliter gesunken.
85,5 Prozent des Bieres wurden in den ersten sechs Monaten für den Inlandsmarkt gebraut und versteuert. Steuerfrei für den Export und Haustrunk wurden 7,2 Millionen Hektoliter gebraut. Davon gingen 5,5 Millionen Hektoliter (- 8,2 Prozent) in EU-Länder, 1,5 Millionen Hektoliter (- 2,9 Prozent) in Drittländer und 0,09 Millionen Hektoliter (- 0,6 Prozent) gingen unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

Bier mit sieben Prozent MwSt.?
Weil gerade in der Gastronomie der Bierumsatz in den letzten Jahren zurückgegangen ist, die Nachfrage unter der demographischen Entwicklung, die Bürger unter einer hohen Abgabelast leiden, nehmen immer weniger Menschen die Dienstleistungen der Gastronomie in Anspruch, klagten die Brauer im Mai. Daher begrüßen sie die Bundesratsinitiative Bayerns die Mehrwertssteuer für Bier in der Gastronomie von 19 auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent senken zu wollen. Die Senkung wäre das beste Konjunkturprogramm für die rund 800 Familien und Inhaber betriebenen Braustätten, die im Fassbierbereich Umsatzeinbußen bis zu 20 Prozent zu tragen haben, sagte Peter Hahn, Hauptgeschäftsführer des DBB.

Den stärksten Rückgang beim steuerpflichtigen Bierabsatz verzeichnen die Bundesländer Niedersachsen und Bremen mit einem Minus von 7,7 Prozent, sowie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit dem Saarland von jeweils 5,9 Prozent. Thüringen hat als einziges Bundesland ein Umsatzplus zu verzeichnen: 1,7 Prozent von 1,57 auf 1,59 Millionen Hektoliter.
Bei den Biermischungen gab es in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und der Region Berlin-Brandenburg die höchsten Rückgänge (- 17,5, - 13,6 und - 11,2 Prozent). Zuwächse gibt es Hessen (+ 18,7) und Niedersachsen und Bremen (+ 6,9 Prozent).

roRo; Foto: DBB

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