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Bio-Marken nicht nur im Fachhandel

Handel

Biobranche befürchtet Erosion der Fachhandelstreue

„Die Erosion der Marken, die ehemals dem Naturkostfachhandel exklusiv vorbehalten waren, ist schon lange im Gange.“ Das ist ein Ergebnis der Arbeitsgruppe des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) auf der Mitgliederversammlung Anfang Juni in Magdeburg.

Daten über den Bio-Markt werden immer differenziert zwischen „konventionellen Supermärkten“ und Naturkostfachhandel unterschieden. Im letzteren gerne auch zwischen Einzelhandel und Biosupermarkt. Wenn Bio mehr Menschen erreichen will, dann müssen die Grenzen durchlässig sein, auch wenn der Einzelhandel durch Fachberatung deutlich punkten kann.

Offenbar entscheiden sich immer mehr Bio-Marken für die Belieferung an alle Verkaufskanäle. Naturkosthersteller erobern mit Handelsmarken auch den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Nachdem dm den Hersteller Alnatura auslistete und zunächst einmal Wert auf das Füllen der Regallücken legte, wertet die Drogeriekette das Biosegment jetzt mit Handelsmarken auf.

Die Biobranche, die „Aldi-Bio“ gerne als „wenig wertig“ diskreditiert, ist erschrocken, seit „Davert“ jetzt auch bei dm erhältlich ist. Die Branche fürchtet einen „Dammbruch“, wenn nicht nur andere Hersteller folgen, sondern auch andere Lebensmittelketten die Hersteller locken. Wie sensibel die Branche reagiert, zeigt, dass Naturkostfachhändler die Marken, die nicht mehr ausschließlich den Fachhandel beliefern wollen, als „untreue Marken“ abstrafen wollen.

Michael Radau von SuperBioMarkt appelliert auf „Bio-Markt.info“ allerdings an die Vernunft: Im Naturkostfachhandel sind die Marken bekannt und werden von den Kunden wertgeschätzt. Im konventionellen LEH müssten sich die Marken diese Stellung erst noch verdienen.

roRo

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