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Bio-Wein predigen und konventionellen Wein kaufen

Handel

Warum Bio-Wein weniger ins Glas findet

Dr. Isabel Schäufele

Alle wollen „bio“, nur wenige kaufen „bio“ auch. Diese „Einstellungs-Verhaltenslücke“ gibt es auch bei Wein. Dr. Isabel Schäufele von der Universität Kassel hat die Gründe dafür in ihrer Doktorarbeit ausgemacht und dafür Ende September den Preis für die beste agrarökonomische Dissertation im Jahr 2019 auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Gewisola) erhalten.

Die Kaufabsicht für bio ist hoch, nimmt aber nur sechs Prozent des Gesamtumsatzes mit Lebensmitteln ein. Bislang erklären sich das Wirtschaftswissenschaftler mit den hohen Ansprüchen der Befragten an sich selbst oder durch die soziale Umgebung. Dr. Schäufele hat das Verbraucherverhalten bei Bio-Weinen mit realen Kaufdaten abgeglichen und bei über 30.000 Daten erstaunliches festgestellt: Die Gründe sind nach Einkommen differenziert unterschiedlich.

Für Konsumenten mit geringem Einkommen ist der höhere Preis für Bio-Wein ein Kaufhindernis. Bei Konsumenten mit mittlerem und höherem Einkommen waren dagegen die geringe Verfügbarkeit und Auswahl in den üblichen Einkaufsstätten maßgeblich dafür verantwortlich, dass es bislang nur eine kleine Käuferschaft (12 % der Weinkonsumenten) und einen geringen Ausgabenanteil bei Bio-Wein (5 %) gibt.

Schäufele hat sich nicht nur mit der Wissenschaftlichen Datenbasis beschäftigt, sondern im Abschluss Schlussfolgerungen für eine bessere Marktdurchdringung zulässt. Schäufele studierte Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn und hat einen Master-Abschluss in Ernährungsökonomie der Universität Gießen.

roRo; Foto: Thünen-Institut / Christina Waitkus

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