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Biobranche und Regionalbewegung - zwei Welten

Handel

Bio und regional: Gemeinsame Vermarktungspotenziale gesucht

Der Lebensmitteleinzelhandel engagiert sich zunehmend in Sachen Regionalität. Davon zeugen etliche regionale Handelsmarken. Im Naturkostfachhandel hingegen führen Bioprodukte mit einem Regionallabel noch ein Nischendasein. Bisher kooperieren nur ganz wenige Naturkostgroßhändler mit regionalen Vermarktungsinitiativen. Das ergab eine aktuelle Studie des Instituts für Ländliche Strukturforschung (ifls).

„Es besteht bislang kaum eine Schnittstelle der Regionalinitiativen zur Biobranche“, erläutert Armin Kullmann vom ifls. „Von ihrem Selbstverständnis her ticken Regionalbewegung und Biobranche nämlich ganz anders.“ Entsprechend unterschiedlich würden beide Welten ihre Vermarktungsstrategien gestalten.

Der Studie zufolge gibt es in Deutschland 149 Initiativen mit Bio-Produkten, darunter 46 rein ökologische sowie 103 Initiativen mit hybrider Vermarktung. Letztere vermarkten ihr gemischtes - sprich konventionelles und biologisches - Sortiment weitgehend über den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel, erfreulicherweise weitgehend in der Region, aus der die Produkte stammen. Lediglich ein Drittel der hybriden Vermarktungsorganisationen vertreibt im Naturkostfachhandel. Naturgemäß haben die reinen Bio-Initiativen einen besseren Draht zu den klassischen Akteuren der Biobranche. Ihrer Einschätzung nach passen ihre Produkte auch besser in das Sortiment von Naturkostläden. „Doch allzu oft hapert es am gegenseitigen Verständnis für die Bedürfnisse und Erfolgsfaktoren der jeweils anderen Seite“, betont Kullmann.

Umso wichtiger ist es daher, dass sich der Naturkosthandel verstärkt in der Regionalvermarktung engagiert und die Möglichkeit ergreift, selbst regionale Vermarktungsinitiativen anzuschieben.

Lesestoff:

„Synergie oder Profilverlust? Potentiale und Probleme einer gemeinsamen Regionalvermarktung ökologischer und konventioneller Produkte“ lautet die offizielle Bezeichnung dieses Forschungsvorhabens, das im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert wurde. Schlussbericht im Online-Archiv Organic Eprints unter: http://orgprints.org/19286/

Nina Weiler, www.aid.de

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