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Biomilchbauern organisieren sich

Handel

Bio-MeG seit Jahresbeginn

>Bauern und Molkereien stehen auf zwei verschiedenen Wertschöpfungsstufen und haben durchaus unterschiedliche Interessen. Die Molkereien wollen Milch preiswert einkaufen, Bauern ihre Milch teurer verkaufen. Molkereien bündeln das Interesse ihrer Zulieferer, aber die Bauern haben am Anfang der Wertschöpfungskette nur wenig eigenständige Interessensvertretungen.
In Bayern haben sich deshalb Bauern zu Milcherzeugergemeinschaften (MEG) zusammengeschlossen, die den einzelnen Bauern eine stärkere Stimme, mehr Marktmacht geben soll. Reibungsfrei ist das nicht verlaufen, wie die ersten Reaktionen der Molkereien zeigten.
Seit Jahresanfang haben auch die Bio-Bauern ihre Bio-MEG.

Bio-MEG Nord und Süd
Seit dem 08. Januar haben sich rund 50 Biomilchbauern im niedersächsischen Verden zur Bio-MEG Nord zusammengeschlossen. Sie folge dem süddeutschen Vorbild, das sich Mitte November bereits in Erbach-Dellmensingen gegründet hatte. Beide MEG zusammen repräsentieren derzeit 30 Mio. kg Milch verschiedener Bioverbände.

Bio MeG

Ziel ist die aktive Marktteilnahme der Milchbauern. Die Erzeugerkosten müssen sich wieder verstärkt an den Produktionskosten orientieren, weshalb die Gemeinschaften Vermarktungsregeln und Rahmenverträge verabschieden werden. Es soll auch eine Mengenregelung stattfinden, um die Milchpreise stabil zu halten.
Die Bio-MEG Süd hat am 01. Januar begonnen, an die Weißenhorner Molkerei zu liefern. Für das erste Halbjahr 2008 wurde für die Liefermenge von acht Mio. kg Milch ein Preis von 52 Cent je Kilogramm ausgehandelt.
Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren dir Hälfte der Biomilch über MEG zu vermarkten und zu einem bundesdeutschen Dachverband zusammen zu schließen.

Größere Harmonie
Herd-und-Hof.de hat bei Heinz-Josef Thuneke von der Koordinationsstelle Nord nachgefragt, ob der Zusammenschluss im Biobereich reibungsloser stattgefunden hat, als bei der konventionellen MEG.
Die Aufstellung der MEG sei intensiv zusammen mit den Molkereien diskutiert worden und nicht im Hintergrund ausgebrütet, so Thuneke. Auch die Molkereien hätten ein Interesse, sich nicht um die Verarbeitung der produzierte Milch streiten zu müssen, wollen Mindestpreise und Standardqualitäten. Außerdem sei der Biomarkt harmonischer und übersichtlicher, so dass die Interessensunterschiede zwischen Molkerein und Bauern nicht so groß wären.

roRo

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