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Bodenmarkt in NRW und ST

Handel

NRW und ST: Bodenpreise werden teurer

Die Preise für landwirtschaftliche Grundstücke sind in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr wie auch im übrigen Bundesgebiet erneut kräftig gestiegen. 30.488 Euro mussten im Schnitt für einen Hektar bezahlt werden, 8,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Bundesvergleich liegen die Preise für landwirtschaftliche Flächen damit unverändert an der Spitze. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der vom Landesbetrieb Information und Technik erstellte Statistik durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

2011 wurden in Nordrhein-Westfalen 3.607 landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 6 290 Hektar verkauft. Die höchsten Bodenpreise wurden in den Regierungsbezirken Münster mit 39.981 Euro je Hektar und Düsseldorf mit 38.640 Euro je Hektar bezahlt.

Die höchsten Preise in Westfalen-Lippe wurden in den Kreisen Borken, Recklinghausen, Steinfurt und Coesfeld, sowie im Rheinland im Rheinkreis Neuss, im Rhein-Erftkreis und in den Kreisen Mettmann und Düren mit Beträgen von 37.581 bis 48.975 Euro je Hektar notiert. Vor allem in den rheinischen Kreisen wurde überwiegend hochwertiges Ackerland verkauft. Die niedrigsten Preise von 13.402 bis 21.836 Euro je Hektar verzeichneten die überwiegend durch Grünland geprägten Kreise im Sauerland, der Oberbergische Kreis, die Kreise Euskirchen und Lippe sowie der Märkische Kreis.

Im Bundesdurchschnitt liegt der Preis für landwirtschaftliche Grundstücke mit 13.490 Euro je Hektar, das sind 13,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auf dem zweiten Platz knapp hinter NRW liegt Bayern mit 30.064 Euro, gefolgt von Baden-Württemberg und Niedersachsen. Am günstigsten ist Agrarland zurzeit in Sachsen mit 5.909 Euro je Hektar

Bodenmarkt in Sachsen Anhalt

Über steigende Preise klagt auch Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens in Sachsen-Anhalt auf einer Veranstaltung zum Bodenmarkt am Freitag. Die steigenden Bodenpreise hätten immer weniger mit der landwirtschaftlichen Entwicklung zu tun. „Wenn es für Landwirte schwierig wird, Boden zu erwerben, weil sie die Preise nicht mehr bezahlen können, stimmt etwas nicht.“ Eine Arbeitsgruppe soll den Bodenmarkt in Sachsen-Anhalt analysieren und Lösungen finden. Zwischen 2007 und 2011 sind im Bundesland die Preise um 84 Prozent angestiegen. Nach Dr. Aeikens ist die Nachfrage nach Ackerflächen in den vergangenen Jahren vor allem durch die zunehmende Bedeutung landwirtschaftlicher Rohstoffe für die Energieerzeugung größer geworden. Hinzu kämen außerlandwirtschaftliche Kapitalanleger, die nach renditestarken Investitionsmöglichkeiten suchen. Dabei werde der Boden zum Spekulationsobjekt und Kommunen verlieren Steuereinkommen. Eine Reform der Regelungen für den Bodenkauf sei angeraten: „Wir arbeiten hier mit Gesetzen, die teilweise fast 100 Jahre alt sind wie etwa das Reichssiedlungsgesetz.“ Auch das Grundstücksverkehrsgesetz brauche eine zeitgemäße Korrektur.

LWK NRW / roRo

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