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Brexit: Was kommt wirklich?

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Ipsos-Studie erfasst Brexit-Reaktionen

Nachdem der erste Briten-Schock abgeklungen ist, befassen sich Wissenschaftler und Markforscher mit den Folgen des Brexit. Die Meinungsforscher von Ipsos haben zuerst die Reaktionen für eine sachliche Perspektive zusammengetragen.

Für 58 Prozent der befragten Bürger ist der Brexit eine schlechte Entscheidung, die mehr als die Hälfte für ihr eigenes Land nicht treffen würde. Vor allem Polen, Schweden und Spaniern wollen nicht auf die EU verzichten.

46 Prozent der Befragten machen sich Sorgen nach dem Brexit und nur 15 Prozent sorgen sich weniger. Am wenigsten belastet vom Brexit sind die Deutschen und Spanier mit jeweils 42 Prozent und die Franzosen mit 31 Prozent.

Zwar ist die Zahl der Menschen außerhalb Großbritanniens gesunken, die vor dem Brexit noch an einen Dominoeffekt glaubten,  doch fürchten die meisten, dass die EU durch den Weggang Englands geschwächt sei und wirtschaftlich schwierigeren Zeiten entgegen geht. Besonders hoch ist die negative Prognose in Deutschland mit 70 Prozent der Befragten, während die Italiener mit 43 Prozent es am gelassensten sehen. Diese glauben auch am ehesten, dass Großbritannien nach dem Brexit stärker würde.

Die Austrittsverhandlungen werden unterschiedlich gesehen. 56 Prozent der Briten glauben an vorteilshafte Bedingungen, während die Rest-Europäer dass lediglich zu 30 Prozent glauben. Franzosen, Belgier und Deutschen wollen mit 19, 20 und 25 Prozent am ehesten „harte Verhandlungen“. Die Franzosen sogar eine Bestrafung durch negative Folgen.

Nach dem Austritt „gehört“ Großbritannien doch immer noch zum Kontinent. Nur ein Viertel der Befragten würde jetzt nicht mehr auf die Insel fahren und auf britische Produkte verzichten. Mehrheitlich sind die Briten als Touristen in den EU-Ländern auch weiterhin willkommen.

Bobby Duffy, Managing Direktor des Ipsos Social Research Institute kommentiert die Ergebnisse: „Die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, war ein Schock für den Kontinent und andere Länder. Diese Studie zeigt, es ist immer noch ein Thema, das viele beschäftigt. Trotzdem greift keine Panik um sich – tatsächlich scheint die Angst vor einem Domino-Effekt unter den EU-Bürgern abgenommen zu haben.

Nichtsdestotrotz lassen die Ergebnisse keinen Zweifel daran, dass die Mehrheit der Europäer den Brexit für einen bedenklichen Schritt hält, der Risiken für Großbritannien, die Europäische Union und ihr eigenes Land birgt. Doch die Studie zeigt auch, dass es unterschiedliche Meinungen gibt. So sehen viele den Brexit gleichermaßen als Chance und Herausforderung.“

In der Studie wurden auch Bürger aus Drittstaaten wie Kanada, Japan, Russland und Südafrika befragt.

Lesestoff:

Die vollständigen Ergebnisse finden Sie unter www.ipsos.de -> Publikationen -> Pressemitteilungen

roRo

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